Alarmierende Auswirkungen

„Badesalz“ – Designerdroge mit Horrorwirkungen in den USA

New York - 19.07.2011, 12:40 Uhr


NEW YORK (diz). Eine neue Art von Rauschmittel, die unter dem verharmlosenden Namen „Badesalz“ in Umlauf gebracht wird, macht in den USA Schlagzeilen. Die Horror-Droge hat verheerende Auswirkungen auf die Psyche der Personen, die sie einnehmen.

Einem Bericht der „New York Times“ zufolge breitet sich die Droge derzeit rasch in mehreren Bundesstaaten der USA aus. Mindestens 28 Staaten haben die Droge „Badesalz“ bereits verboten. Experten fürchten aber, dass die Verbote in verschiedenen US-Staaten  umgangen werden können. In vielen Staaten, beispielsweise in Arizona, ist sie jedoch noch frei in „convenience-stores“ erhältlich.

Wie die Zeitung berichtet, versteht man unter der Droge „Badesalz“ ein Gemisch der Stoffe Mephedron (4-Methylmethcathinon,  4-MMC) und Methlendioxypyrovaleron (MDPV). Sie gehören in die Gruppe der synthetischen Cathinone. Der Name „Badesalz“ hat sich aufgrund des kristallinen Aussehens der Drogen in der Szene gebildet. Die Droge wird in kleinen Portionen (50 mg-Päckchen) für 25 bis 50 Dollar unter Namen wie Aura, Ivory Wave, Pure Ivory, Loco-Motion und Vanilla Sky verkauft.

Bei vielen der Drogen-User kommt es zu Gewalttaten und Selbstverstümmelungen unter dem Einfluss der Droge. So berichtet die New York Times von einem Mann, der unter Drogeneinfluss in ein Kloster eingedrungen sei und einen Priester erstochen habe, eine Frau habe sich zahlreiche Schnittverletzungen zugefügt. Andere zeigen abnorme körperliche Reaktionen. Der Arzt einer Notfallaufnahme berichtete von einem Mann, dessen Körpertemperatur auf 42 Grad gestiegen war. Ein anderer reagierte mit einem extrem erhöhten Blutdruck, Muskelkrämpfen oder Nierenversagen. Auffällig zeigt sich bei vielen Usern eine starke Agitation, gegen die selbst hochdosierte Beruhigungsmittel kaum etwas ausrichten können. Ärzte mussten statt dessen eine Vollnarkose einleiten.

Dr. Mark Ryan, Leiter des toxikologischen Zentrums von Louisiana, wird mit der Aussage zitiert: „Wenn man die schlimmsten Wirkungen von Meth, Kokain, PCP, LSD und Ecstasy zusammennimmt, dann hat man eine Vorstellung von dem, was wir hier manchmal sehen. Die Nachwirkungen der Droge, wie beispielsweise paranoide Zustände, sollen zudem lange anhalten.

Laut Experten-Aussage werden die Drogen in Chemielaboren von China und Indien hergestellt. 


Peter Ditzel


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