Gesundheitsministerkonferenz

Länder fordern Pick-up-Verbot

Berlin - 30.06.2011, 15:56 Uhr


Die Gesundheitsminister und -senatoren der 16 Bundesländer wollen für mehr Arzneimittelsicherheit sorgen. Unter anderem haben sie die Bundesregierung aufgefordert, sich erneut für ein Verbot von Pick-up-Stellen einzusetzen.

Die Bundesregierung solle – wie im Koalitionsvertrag vom 26. Oktober 2009 vereinbart – dafür Sorge tragen, dass Arzneimittel künftig nicht mehr in Arzneimittel-Bestell- und Abholstellen („Pick-up-Stellen“) bezogen werden können, heißt es in der Pressemitteilung der Gesundheitsministerkonferenz (GMK). Diese würden außer von Drogeriemärkten mittlerweile auch von Reinigungen, Tankstellen und Blumenläden betrieben. „Jeder Patient muss sich darauf verlassen könne, dass ein vom Arzt verordnetes Arzneimittel mit der erforderlichen Sorgfalt gelagert und ausgegeben wird“, betonte der GMK-Vorsitzende, der hessische Sozialminister Stefan Grüttner (CDU).

Die Minister und Senatoren betonen zudem, dass Arzneimittelfälschungen in zunehmendem Maße eine Herausforderung für die Gewährleistung einer sicheren Arzneimittelversorgung der Bevölkerung darstellen. „Zwar ist die legale Vertriebskette bislang als sicher zu betrachten. Aber das Eindringen illegal hergestellter Arzneimittel stellt eine Gefahr für das gesamte Versorgungssystem mit Arzneimitteln dar, die nicht unterschätzt werden darf“, erklärte Grüttner. Um die Bevölkerung vor Gesundheitsschäden zu schützen, die durch substanzielle Fälschungen auftreten können, sei eine Zusammenarbeit aller Marktbeteiligten sowie aller betroffenen Behörden notwendig. Zudem müssten die Bürgerinnen und Bürger über die Gefahren des illegalen Arzneimittelhandels informiert und gewarnt werden. Der Bund solle daher prüfen, welche Maßnahmen durch den Zoll oder andere Bundesbehörden ergriffen werden können, um die Zunahme des illegalen Handels mit Arzneimitteln einerseits und das Eindringen von Fälschungen in die legale Vertriebskette andererseits zu verhindern.

Die Gesundheitsminister und -senatoren der Bundesländer waren am 29. und 30. Juni 2011 zur 84. Gesundheitsministerkonferenz (GMK) in Frankfurt am Main unter dem Vorsitz Stefan Grüttners zusammengekommen.


Kirsten Sucker-Sket


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