Dauerbrenner

Gefährliche Schlankheitsmittel aus dem Internet

09.06.2011, 09:03 Uhr


Das Schweizerische Heilmittelinstitut Swissmedic hat 122 illegale Importe von Schlankheitsmitteln, die im letzten Jahr beschlagnahmt worden sind, näher im Labor untersucht, wieder einmal mit alarmierendem Ergebnis:

33 Muster beinhalteten zwar den deklarierten Wirkstoff, auch in der angegebenen Menge, jedoch handelte es sich dabei ausnahmslos um Sibutramin oder Rimonabant, zwei bereits seit geraumer Zeit nicht mehr verkehrsfähige Wirkstoffe mit potenziell gravierenden Nebenwirkungen. Beide werden vor allem in chinesischen Betrieben noch hergestellt und auf illegalen Internetplattformen angeboten. Da die Substanzen günstig zu haben sind, schrecken die Fälscher offenbar auch nicht davor zurück, die Stoffe hoch überdosiert in die Produkte einzuarbeiten. So wurde Sibutramin in der dreifachen Menge der maximalen Tagesdosis gefunden.

Ein Drittel der untersuchten Proben war als rein pflanzlich deklariert, enthielt jedoch chemische Wirkstoffe, ebenfalls vor allem Sibutramin, 15 Proben sogar zwei oder drei synthetische Wirkstoffe. In einem Produkt wurde neben einem Wirkstoff zur Gewichtsreduktion auch ein Wirkstoff zur Erektionsförderung nachgewiesen. Nur sechs Muster stellten sich tatsächlich als pflanzlich heraus.

Vier Proben enthielten den falschen Wirkstoff, darunter zwei Cetilistat, das sich noch in der klinischen Erprobung befindet.

Swissmedic nimmt diese erschreckenden Ergebnisse zum Anlass, erneut eindringlich vor der Bestellung von Arzneimitteln über das Internet zu warnen.


Dr. Helga Blasius/DAZ


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