Rheinische Apotheken machen mobil

Mit dem Pillen-Taxi dem Internet Kunden abjagen

Berlin - 03.05.2011, 10:52 Uhr


Mit dem Pillen-Taxi gegen den Versandhandel: Mit einem innovativen Lieferservice versuchen in Köln und im Bergischen Land, ortsansässige Apotheken dem Versandhandel Paroli zu bieten und Kunden abzuwerben. Wer per Telefon oder Internet bei den Apotheken bestellt, erhält die Produkte mit dem knuffig bedruckten Kleinwagen noch am selben Tag ausgeliefert.

„Unsere Pillentaxis sind echt ein super Hingucker, auf den uns viele Kunden ansprechen“, freut sich Katja Scheibe, Inhaberin der Falken-Apotheke in Drabenderhöhe. Seit März haben sich im Oberbergischen fünf Apotheken dem Pillen-Taxi-Konzept angeschlossen.  Das Prinzip funktioniert ganz einfach: Über die Internetseite des Kölner oder oberbergischen Pillentaxi-Verbundes wird der Kunde zum Online-Auftritt der für ihn zuständigen Apotheke weitergeleitet. Dort kann aus allen lieferbaren Arzneien, Kosmetika und Pflegemitteln ausgewählt werden. Bezahlt wird die Ware in bar beim Boten oder online per Kreditkarte oder Bankeinzug.

Nicht ganz neu ist die Idee des Pillen-Taxis. Sie stammt aus dem nahen Köln. Und wurde von der Medizin-Studentin Lena Riemer, der Ehefrau des Kölner Apothekers Dominik Riemer kreiert. Das Pillentaxi-Konzept dient einerseits der Rückgewinnung von Kunden in die öffentliche Apotheke, die zu den Internet-Apotheken abgewandert sind und andererseits zur Differenzierung im lokalen Wettbewerb als sympathisch- serviceorientierte Apotheke mit besonderen Angeboten.  „Das Pillentaxi-Konzept ist kein weiterer Billig-Anbieter, sondern setzt auf Qualität“, so Dominik Riemer zu DAZ.online.

Mit der Leistungsfähigkeit, der Service-Orientiertheit und den Vorteilen der Pillentaxi-Apotheke vor Ort soll der Versandhandel mit eigenen Waffen geschlagen werden: Die Pillentaxi-Apotheke ist 24h schneller als jede Internet- Apotheke. Und zudem: Die Daten- und Arzneisicherheit wird durch die Apotheke vor Ort gewährleistet. Der persönliche Ansprechpartner der Apotheke um die Ecke bleibt erhalten und für den Kunden jederzeit greifbar. Soweit die Versprechen des Pillen-Taxis-Projekts.

Inzwischen haben sich in NRW bereits 40 Apotheken ein Pillen-Taxi zugelegt. Laut Riemer fahren erste Pillen-Taxis inzwischen auch in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen. Der Plan: aus dem Pillen-Taxi eine bundesweite Marke zu entwicklen.

2,50 Euro kostet der Lieferservice ins eigene Heim oder Büro. Bei Bestellungen ab 30 Euro erfolgt die Lieferung kostenlos. Übrigens: Das Pillentaxi liefert auch Medikamente auf Rezept, und die immer kostenfrei: „Wir holen beim Kunden das Rezept ab und liefern am nächsten Tag das Medikament“, erklärt Apothekerin Scheibe.

Hoffnung macht den Apothekern im Oberbergischen, dass das Pillentaxi-Konzept in Köln funktioniert. Im Schnitt 20 Bestellungen pro Tag laufen bei Apotheker Riemer über den neuen Vertriebsweg ein. Viele Bestellungen erfolgen dort zwischen 20 und 22 Uhr, also nach Ladenschluss. Riemer: „Das ist die klassische Kundschaft von Versandapotheken, die wir zurückgewinnen wollen.“

Den vollständigen Bericht lesen Sie in der nächsten Ausgabe der DAZ (18/2011).  


Lothar Klein