Wechseljahresbeschwerden

Pflanzliche Hormone wirken nicht

18.02.2011, 07:25 Uhr


Isoflavone aus Soja, Rotklee und Traubensilberkerze haben beim Menschen keine nachgewiesene Wirkung auf Wechseljahresbeschwerden.

Das gilt auch für andere hormonartig wirkende Naturstoffe aus Pflanzen, die so genannten Phytohormone, wie die Professoren Dr. Helga Stopper aus Würzburg und Dr. Roland Kaufmann aus Frankfurt/M. auf dem Pharmacon in Davos erklärten.

Entsprechende Präparate eignen sich daher nicht als „sanfte und natürliche“ Alternative zu künstlichen Hormonen, denn sie verringern in den Wechseljahren weder Hitzewallungen noch nächtliches Schwitzen.

Weil sich sich Wechseljahresbeschwerden ohnehin von allein wieder verringern, ist der Placeboeffekt hier jedoch sehr groß. Da außerdem zahlreiche positive Erfahrungsberichte vorliegen und kaum mit unerwünschten Wirkungen zu rechnen ist, können sie in der Apotheke zur Einnahme über einen begrenzten Zeitraum empfohlen werden.

Langzeitstudien zur Sicherheit dieser Mittel liegen jedoch nicht vor. Wegen der hormonartigen Wirkungen muss daher von einer unkritischen dauerhaften Anwendung abgeraten werden. Besonders vorsichtig sollten Frauen mit Brustkrebserkrankungen sein, da die Pflanzenhormone Enzyme des Cytochrom-P450-Systems beeinflussen und so die Wirkung von Tamoxifen zur Brustkrebsbehandlung abschwächen können.

Präparate aus der Traubensilberkerze können außerdem unter Umständen die Leber schädigen. Kanzerogene Wirkungen der Pflanzenhormone sind zwar denkbar, wurden bisher aber nicht nachgewiesen.

Quelle: Prof. Dr. Helga Stopper, Würzburg; Prof. Dr. Roland Kaufmann, Frankfurt/M., Pharmacon Davos, 9. Februar 2011.


Dr. Bettina Hellwig


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