Zukunftskongress des Apothekerverbands Nordrhein

Gesundheitsministerin Steffens: Über Dispensierrecht für Ärzte nachdenken...

Bonn - 06.02.2011, 12:54 Uhr


Versandhandel und Pick-up-Stellen lehnt die Nordrhein-westfälische Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Die Grünen) ab. Sie möchte aber über neue Konzepte reden, beispielsweise über Prävention und ärztliche Aufgaben durch die Apotheken und Arzneimittelabgabe durch Arztpraxen.

Leider erlebe der Patient in den heutigen Apotheken nicht immer das, was man unter dem Apotheker als Heilberufler verstehe, so Steffens Kritik an den kommerziellen Auswüchsen einiger heutiger Apotheken. Die Apotheker sollten deutlicher herausstellen, dass der Apothekerberuf ein Heilberuf ist.

Steffens sprach sich deutlich gegen Versandhandel und Pick-up-Stellen aus, im Gegensatz zu ihrer gesundheitspolitischen Kollegin in ihrer Partei in Baden-Württemberg, Biggi Bender. Steffens sieht die flächendeckende Versorgung durch die Auswüchse des Versandhandels in Gefahr. Die Versorgung der Bevölkerung vor Ort sei ihr wichtig.  

Sie fragte, welche Rolle die Apotheke in der zukünftigen Versorgung älterer Menschen übernehmen wollen. Die laufenden Modelle dazu reichten bei weitem nicht aus. Apotheker könnten beispielsweise neue Aufgaben im Rahmen der Prävention übernehmen, in der Beratung zu Diabetikern, zu adipösen Kindern.

Unser System sei zu stark von Sektoren bestimmt. Steffens:  „Warum kann nicht die Apotheke der Zukunft im ländlichen Raum, in dem es einen Ärztemangel gibt, die eine oder andere Betreuung im Bereich der medizinischen Versorgung in Einzelfällen übernehmen. Und warum sollen nicht Arztpraxen dort, wo es keine Apotheken im ländlichen Raum gibt, Arzneimittel abgeben dürfen?“ Hier müsse über neue Ansätze nachgedacht werden. „Wir müssen endlich wieder Gesundheitspolitik aus der Richtung derjenigen sehen, für die sie gemacht wird, aus Sicht der Patienten“, so die Grünen-Politikerin Steffens. 


Peter Ditzel