Koalition plant Versorgungsgesetz bis Ostern

Spahn: Nur noch Zwei-Bett-Zimmer

Berlin - 27.12.2010, 10:25 Uhr


Mit großen Versprechen zieht die Gesundheitspolitik der Bundesregierung ins nächste Jahr: Geht es nach dem Willen des CDU-Gesundheitspolitikers Jens Spahn, sollen auch Kassenpatienten in Krankenhäusern nur noch in Zwei-Bett-Zimmern gesunden.

Kassenpatienten müssten häufig noch zu viert in einem Zimmer liegen, so Spahn. „Das wird den Bedürfnissen der Menschen einfach nicht mehr gerecht, das ist etwa für einen Krebskranken eine ziemliche Zumutung." Das Vorhaben soll in das Versorgungsgesetz verankert werden, das die Koalition 2011 verabschieden wird. Erste Eckpunkte sollen nach Spahns Aussagen schon Ostern vorliegen. In dem Regelwerk soll es nach seinen Worten Anreize für die Kliniken geben, die Zahl der Betten pro Zimmer zu reduzieren. „Wer noch Vier-Bett-Zimmer anbietet, bekommt dann weniger Geld."

Spahn verwies auf die reichlich vorhandenen Krankenhaus-Kapazitäten. In den vergangenen zehn Jahren sei die Dauer des durchschnittlichen Klinik-Aufenthalts deutlich gesunken. Damit sei auch die Zahl der benötigten Betten zurückgegangen. „Die meisten Krankenhäuser könnten ohne Probleme auf Zweibettzimmer umstellen", schlussfolgerte er.

Die Versicherten müssten auch in anderen Bereichen vom geplanten Versorgungsgesetz profitieren, sagte Spahn. Kliniken und Ärzte hätten in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 8,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen. „Das ist eine Riesensumme, und die muss sich jetzt in einer besseren Versorgung bemerkbar machen." So forderte er die niedergelassenen Ärzte auf, die Wartezeiten für ihre Kassenpatienten deutlich zu reduzieren. Es gehöre zu einer gut geführten Arztpraxis, dass für zehn Uhr bestellte Patienten nicht erst um halb eins drankämen, betonte er.


Lothar Klein


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