Adipositas

Naltrexon und Bupropion im Test gegen Übergewicht

06.08.2010, 10:02 Uhr


Die Kombination aus Naltrexon und Bupropion zusätzlich zu Diät und körperlicher Aktivität kann laut den auf Lancet online vorab publizierten Ergebnissen der COR-I-Studie das

Aus Naltrexon und Bupropion wurde eine Kombinationstherapie entwickelt, die in Bereichen des ZNS, die das Körpergewicht regulieren, komplementäre Reaktionen hervorrufen soll.

Für die nun veröffentlichte Studie wurden Patienten mit einem BMI zwischen 27 und 45 randomisiert. Den Teilnehmern wurde eine Ernährung mit leicht reduzierter Kalorienmenge sowie körperliche Aktivität verschrieben. Hinzu kam jeweils eines von drei Behandlungsverfahren: täglich 32 mg Naltrexon SR plus täglich 360 mg Bupropion, kombiniert in Tabletten in fester Dosierung (NB32-Gruppe); täglich 16 mg Naltrexon SR plus täglich 360 mg Bupropion, kombiniert in Tabletten in fester Dosierung (NB16-Gruppe); oder ein entsprechendes Placebo. Alle drei Gruppen sollten die Therapie im Verlauf von 56 Wochen zweimal täglich erhalten, jedoch schlossen nur 50 Prozent der Teilnehmer alle 56 Wochen der Behandlung ab (NB32 = 296 Patienten; NB16 = 284; Placebo = 290). Von den ursprünglich erfassten 1742 Patienten durchliefen 1453 (83 Prozent) die abschließende Analyse (NB32 = 471; NB16 = 471; Placebo = 511).

Das mittlere Körpergewicht der Patienten lag vor der Studie bei etwa 100 Kilogramm. Der mittlere Gewichtsverlust nach 56 Wochen lag in der Placebo-Gruppe bei 1,4 Kilogramm, verglichen mit 4,9 Kilogramm in der NB16-Gruppe bei und 6,1 Kilogramm in der NB32-Gruppe. Die Kombination bewirkte somit - dosisabhängig - eine deutlich höhere Gewichtsreduktion als Placebo.

In einem Begleitkommentar wird allerdings darauf hingewiesen, dass der Blutdruck unter der Medikation nicht so weit reduziert war, wie es dem Gewichtsverlust zufolge zu erwarten gewesen wäre. Auch sei die Kombination nicht in der Lage gewesen, LDL-Cholesterin stärker zu senken als Placebo. Daher seien weitere Studien notwendig, um die Kombination besser bewerten zu können.

Quelle: Greenway, F. K. et al.: Lancet, Online-Vorabpublikation, DOI: 10.1016/S0140-6736(10)60888-4


Dr. Beatrice Rall