Bewegung beim Herstellerrabatt

Weitere Hersteller lenken ein

Berlin - 26.07.2010, 12:01 Uhr


Noch immer müssen Apotheken Rechnungskürzungen fürchten, weil sich Kassen und einige Hersteller nicht über die Zuordnung ihrer Produkte hinsichtlich des Herstellerabschlages einigen können. Doch die Liste der strittigen Präparate ist seit letztem Freitag erneut kürzer geworden.

Gemäß einem Rundschreiben des GKV-Spitzenverbandes haben unter anderem die Hersteller Baxter, Bristoll-Myers Squibb, Dr. F. Köhler Chemie, PB Pharma und Pfizer Deutschland die geforderten Zusagen oder Erklärungen abgegeben und die Forderungen der Krankenkassen auch für zurückliegende Zeiträume anerkannt. Noch am Freitag (nach Redaktionsschluss der gedruckten Ausgabe der AZ) veröffentlichte der GKV-Spitzenverband eine revidierte Liste mit den nunmehr verbliebenen umstrittenen Produkten. Damit haben sich die Unstimmigkeiten für viele umsatzstarke Produkte erübrigt.

Bei den auf der Liste verbliebenen Arzneimitteln spitzt sich die Situation hingegen zu. Der GKV-Spitzenverband hatte bereits in der vorigen Woche den Krankenkassen „abschließend“ empfohlen, „die Rechnungen der Apotheken in Höhe der ausstehenden Rabatte zu kürzen“. Denn die Krankenkassen hätten den Rabatt nach den gesetzlichen Bestimmungen von den Apotheken zu erhalten, so der GKV-Spitzenverband. Bei den umstittenen Produkten gehen die Hersteller von einem sechsprozentigen Herstellerabschlag aus, während die Krankenkassen einen zehnprozentigen Abschlag für Generika fordern. Der GKV-Spitzenverband betrachtet die Einordnung der Produkte als nicht leitfadenkonform. Die Hersteller verweigern für diese Produkte bisher eine Rückabwicklung der Herstellerrabatte gemäß § 8b Absatz 3 des Rahmenvertrages nach § 129 Absatz 2 SGB V.

Weitere Einzelheiten zu dieser Entwicklung beim Herstellerrabatt finden Sie in der nächsten gedruckten Ausgabe der DAZ.


Dr. Thomas Müller-Bohn