Koronare Herzkrankheit

Allopurinol als neuer Ansatz bei Angina pectoris?

23.06.2010, 07:05 Uhr


Allopurinol, das seit Jahren bei Hyperurikämie eingesetzt wird, vermag einer Untersuchung zufolge auch eine stabile Angina pectoris zu lindern. Warum ist bislang allerdings nicht

Eine Studie an 65 Patienten zwischen 18 und 85 Jahren mit koronarer Herzkrankheit zeigte eine Wirkung von hoch dosiertem Allopurinol (600 mg pro Tag) bei stabiler Angina pectoris. Das Gichtmittel verlängerte die Zeit bis zum Auftreten einer ST-Streckensenkung im Belastungs-EKG von 232 auf 298 Sekunden. Außerdem vermochte Allopurinol die Gesamtdauer der Belastung von 301 auf 393 Sekunden zu erhöhen. Brustschmerzen traten bei behandelten Patienten 38 Sekunden später auf als in der Placebogruppe.

Allopurinol ist ein Inhibitor der Xanthinoxidase. Dieses Enzym verbraucht für die Bildung von Harnsäure aus Hypoxanthin Sauerstoff. Wird es gehemmt, steigt das Sauerstoffangebot. Tierexperimentelle Studien zeigten außerdem, dass Allopurinol die Sauerstoffverwertung im Herzmuskel verbessert. Auf welchem Mechanismus die Wirkung wirklich beruht, ist noch offen.

Quelle: Struthers A. et al.: The Lancet, Online-Vorabpublikation vom 8. Juni 2010 DOI:10.1016/SO140-6736(10)60391-1


Edith Lares/DAZ


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