Pre- und postnatale Depression

Nicht nur die Mütter sind betroffen

28.05.2010, 07:09 Uhr


Von Depressionen während und nach der Schwangerschaft sind nicht nur Mütter betroffen, sondern auch jeder zehnte Vater fühlt sich in dieser Zeit reizbar, erschöpft und traurig.

Daten aus 43 internationalen Studien, die zwischen 1980 und 2009 durchgeführt wurden und insgesamt 28.004 Teilnehmer umfassen, werteten Wissenschaftler um James Paulson aus. Sie wollten das Auftreten pre- und postnataler Depressionen bei Vätern und deren Zusammenhang mit Stimmungsschwankungen bei der Mutter untersuchen. In allen Studien wurden depressive Symptome bei Vätern im Zeitraum zwischen dem ersten Trimenon der Schwangerschaft und einem Jahr nach der Geburt dokumentiert. Die Auswertung zeigt, dass 10,4 Prozent aller teilnehmenden Väter an Stimmungsschwankungen während oder nach der Schwangerschaft ihrer Frau litten. Besonders häufig war dies zwischen dem dritten und sechsten Monat nach der Geburt der Fall. In diesem Zeitraum traten bei 25,6 Prozent der Väter depressive Verstimmungen auf. Besonders gefährdet waren Männer, deren Frauen bereits an derartigen Depressionen erkrankt waren. Auch scheinen amerikanische Männer einem höheren Risiko zu unterliegen. Bei ihnen erkrankten 14,1 Prozent im Vergleich zum Länderdurchschnitt von 8,2 Prozent.

Da eine postnatale Depression sowohl für das Kind, als auch für die gesamte Familie schwere Folgen haben kann, sollte diese unbedingt behandelt werden. Die neuen Erkenntnisse zeigen, wie wichtig dabei eine ganzheitliche Therapie ist, die beide Elternteile einbindet.

Quelle: Paulson, J. F. et al.: JAMA 2010; 303(19): 1961-1969


Edith Lares/DAZ