Krebsforschung

Pfizer bricht Phase-III-Studie mit Figitumumab ab

16.03.2010, 09:31 Uhr


Der Pharmakonzern Pfizer hat eine klinische Studie der Phase III abgebrochen, die die Wirksamkeit des monoklonalen Antikörpers Figitumumab in Kombination mit dem etablierten

Figitumumab bindet sich antagonistisch an den Rezeptor des Wachstumsfaktors Insulin-like growth factor 1 (IGF-1), der bei vielen Krebszellen die Proliferation stimuliert; zudem soll der IGF-1-Rezeptor bei der Resistenzentwicklung von Tumorzellen gegenüber Krebsmedikamenten, die sich an die Epidermalen Wachstumsfaktor-Rezeptoren (EGFR) binden, eine Rolle spielen. Daraus folgt in der Theorie eine antitumorale Wirksamkeit, insbesondere in Kombination mit EGFR-Inhibitoren wie z.B. Erlotinib.

Im letzten Jahr begannen drei klinische Studien der Phase III von Figitumumab in Kombination mit zugelassenen Krebsmedikamenten bei Patienten mit fortgeschrittenem oder zuvor mit anderen Medikamenten behandeltem NSCLC. Die Studie der Kombination mit Paclitaxel plus Carboplatin wurde bereits im Dezember 2009 abgebrochen, nachdem es zu relativ häufigen, teilweise tödlichen Komplikationen gekommen war.

Wie die Firma Pfizer mitteilte, wurde nun auch die Studie, die die Kombination mit Erlotinib im Vergleich zu der Erlotinib-Monotherapie testete, vorzeitig beendet. Ein unabhängiges Data Safety Monitoring Committee (DSMC) hatte eine entsprechende Empfehlung gegeben, weil es aufgrund der aktuellen Datenlage unwahrscheinlich erschien, dass die Kombinationstherapie die Überlebenszeit der NSCLC-Patienten signifikant verlängert.

Derzeit läuft noch eine Phase-III-Studie, die die Wirksamkeit von Figitumumab in Kombination mit Cisplatin plus Gemcitabin gegenüber der Kombination ohne Figitumumab bei NSCLC-Patienten testet. Weniger weit fortgeschritten sind Studien, die Figitumumab bei Prostata- und Mammakarzinomen prüfen.

Quelle:

Fa. Pfizer, Pressemitteilung vom 11.03.2010;

www.pfizer.com/news/press_releases/pfizer_press_releases.jsp


Dr. Wolfgang Caesar