Alzheimer-Krankheit

Schnelltest auf Beta-Amyloid im Auge

Jena - 08.03.2010, 09:51 Uhr


Eine empfindliche und schnell durchführbare Messung soll künftig helfen, die Alzheimer-Erkrankung bereits in einem frühen Stadium zu erkennen. Deutsche Wissenschaftler und Unternehmen

Die heutige klinische Alzheimer-Diagnostik stützt sich auf Beobachtungen von Angehörigen (Fremdanamnese), bildgebende Verfahren der Radiologie (CT, MRT und PET), kognitive und Gedächtnistests sowie den Ausschluss anderer neurodegenerativer Erkrankungen. Diese meist sehr aufwendigen und teuren Verfahren erlauben jedoch keine frühzeitige Diagnose.

Dies will der Forschungsverbund "MINDE" nun ändern. Die beteiligten Ärzte, Naturwissenschaftler und Technologen erforschen in den kommenden drei Jahren eine verbesserte Diagnostik, die sowohl ein kostengünstiges Screening für große Teile der Bevölkerung als auch eine empfindliche Früherkennung in Verdachtsfällen ermöglichen soll. Die optischen Messverfahren haben den weiteren Vorteil, dass ihre Ergebnisse nicht vom kognitiven Status des Patienten abhängen. Die Projektpartner aus Jena, München und Darmstadt setzen dabei auf eine Kombination von zwei Verfahren: Bei einem Schnelltest kann in der Arztpraxis Beta-Amyloid in der Augenlinse nachgewiesen werden. Ein zweites, hochempfindliches Diagnoseverfahren soll extrazelluläre (Beta-Amyloid) und intrazelluläre (Tau-Proteine) pathologische Proteinaggregate in der Retina nachweisen. Dieses Verfahren soll neben der Früherkennung auch eine Verlaufskontrolle von neuartigen Therapieansätzen ermöglichen, die eine Verminderung von Beta-Amyloid und der Tau-Pathologie zum Ziel haben. Noch gilt Morbus Alzheimer jedoch als unheilbar.

Technisch basiert die entstehende Systemlösung auf fluoreszenten Sonden, neuartigen Laserscannern und modernsten Kontrastverfahren. Sie soll bereits im Projektverlauf im klinischen Umfeld erprobt werden. Die beteiligten Industriepartner Carl Zeiss und Dyomics GmbH, Jena, planen, das System nach Projektabschluss einer Vermarktung zuzuführen.

Quelle: Pressemitteilung des Forschungsschwerpunkts Biophotonik, Jena, 4. März 2010.


Dr. Bettina Hellwig