TNF-Liganden

Stärkere Immunantwort gegen Krebszellen

Würzburg - 22.02.2010, 10:00 Uhr


Im Rahmen eines neuen Forschungsprojektes soll die Wirkung einer bestimmten Gruppe von Zytokinen, den so genannten TNF-Liganden, auf die Aktivierung und Funktion von T-Zellen

Die Knochenmark- oder auch Blutstammzelltransplantation ist eine häufig angewandte Therapieform bei bösartigen Erkrankungen des blutbildenden Systems und ist für viele Patienten die letzte Chance auf Heilung ihrer Krebserkrankung. Trotz vielfältiger Verbesserungen in den Behandlungsmodalitäten und einer Vielzahl neuer Arzneimittel, die insbesondere die Behandlung von Infektionen nach einer Stammzelltransplantation erleichtern, erleiden viele Patienten nach einer solchen Transplantation schwere Infektionskomplikationen oder auch einen Rückfall ihrer Grunderkrankung.

Für die Einleitung und die Aufrechterhaltung einer zielgerichteten Abwehrreaktion des Immunsystems ist das Zusammenspiel einer Vielzahl verschiedener Komponenten notwendig. Hierbei spielen nicht nur Immunzellen mit unterschiedlichen Funktionen eine Rolle, sondern auch Zytokine, die von den verschiedenen Typen von Immunzellen hergestellt werden können. Diese Zytokine geben den unterschiedlichen Immunzellen das Signal zur Aktivierung. Die Wirkung der einzelnen Zytokine und deren Zusammenspiel sind bisher nur unvollständig verstanden.

Im Rahmen eines neuen Forschungsprojektes soll die Wirkung einer bestimmten Gruppe von Zytokinen, den so genannten TNF-Liganden, auf die Aktivierung und Funktion von T-Zellen, einem bei der Knochenmarktransplantation besonders wichtigen Immunzellen-Typ, untersucht werden. Um die Wirkung einzelner TNF-Liganden systematisch zu analysieren, sollen künstliche Immunzellen mit einer definierten Menge der zu untersuchenden Moleküle bestückt werden. Die so hergestellten künstlichen Immunzellen werden dann dazu eingesetzt, in der Zellkultur T-Zellen zu aktivieren und eine Immunreaktion auszulösen. So kann die Wirkung unterschiedlich bestückter künstlicher Immunzellen auf die Entstehung einer T-Zell-abhängigen Abwehrreaktion systematisch untersucht werden. Damit ist es möglich, nicht nur die Wirkung einzelner Zytokine miteinander zu vergleichen, sondern auch ein Vergleich von unterschiedlichen Kombinationen dieser Zytokine in unterschiedlichen Konzentrationen wird möglich sein. Ziel der Untersuchungen ist es, mit Hilfe der künstlichen Immunzellen, das Zusammenspiel des Immunsystems im Patienten besser zu verstehen und die Instrumente zu Verfügung zu haben, eine wünschenswerte Immunantwort auszulösen und aufrecht zu erhalten.

Quelle: Pressemitteilung der Wilhelm Sander-Stiftung, 17. Februar 2010.


Dr. Bettina Hellwig