Somatropin

KKH-Allianz empfiehlt Biosimilars

Berlin - 21.01.2010, 13:47 Uhr


Die KKH-Allianz verzeichnet beständig steigende Ausgaben für das Wachstumhormon Somatropin. Um die Kosten im Zaum zu halten empfiehlt sie den Ärzten, bei der Neueinstellung von Patienten auf Biosimilars zurückgreifen.

Somatropin, das kleinwüchsigen Kindern zu einer normalen Körpergröße verhelfen soll, ist für die Kassen eine kostspielige Angelegenheit. Pro Kind koste die Therapie durchschnittlich 17.500 Euro im Jahr, erklärt Dr. Peter Moormann, Apotheker bei der KKH-Allianz. Obwohl sich die Patientenzahlen kaum änderten, seien die Ausgaben für Somatropin zwischen 2005 und 2008 um 50 Prozent gestiegen.

Um die Ausgaben für das Originalpräparat zu begrenzen, wären Preisobergrenzen erforderlich, sagt Moormann. Aber auch Ärzte könnten mithelfen, „ohne Qualitätsverluste Kosten zu sparen“, indem sie ihren Patienten bei einer Neueinstellung Biosimilars verschreiben. „Diese biotechnologischen Nachahmer-Arzneistoffe besitzen große strukturelle Ähnlichkeiten mit dem Original und sind genauso auf Wirksamkeit behördlich geprüft, aber rund 20 Prozent günstiger“, so der Apotheker.

Moormann zufolge sollte jede Behandlung mit Wachstumshormonen aufgrund ihrer Risiken und Nebenwirkungen ohnehin gut überlegt sein. „Eine Hormontherapie sollte nur dann zum Einsatz kommen, wenn sie auch vom Arzt als medizinisch notwendig erachtet wird und nicht, weil gesellschaftlicher Druck ausgeübt wird.“

Der Appell an die Ärzte ist nicht zuletzt deshalb von Belang, da der seit 1. Januar geltende Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung bestimmt, dass biotechnologisch hergestellte Arzneimittel im Rahmen von Aut-idem nicht durch Biosimilars substituiert werden dürfen. Ein Austausch in der Apotheke ist nur möglich, soweit es sich um so genannte Bioidenticals handelt. In einer Anlage zum Rahmenvertrag sollen die als wirkstoffgleich und damit als austauschfähig geltenden Präparate gelistet werden.

Siehe hierzu auch: Öffnung für ausländische Apotheken - Der Rahmenvertrag nach § 129 SGB V wird angepasst


Kirsten Sucker-Sket


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