Gesundheitssystem in den USA

Staatliche US-Krankenkasse unwahrscheinlicher

Washington - 30.09.2009, 17:34 Uhr


Die von US-Präsident Barack Obama befürwortete Einführung einer staatlichen Krankenversicherung in den USA wird immer unwahrscheinlicher. Ein wichtiger Senatsausschuss stimmte am 29. September

Diese Vorlage hatte der demokratische Senator Max Baucus
erarbeitet. Er tritt zwar auch für eine sogenannte „öffentliche
Option“ als Alternative zu den privaten Versicherern ein, hatte aber angesichts des massiven Widerstands der Republikaner darauf verzichtet, sie in seinen Plan zu integrieren. Bei der Abstimmung am 29. September im Finanzausschuss schlossen sich insgesamt drei Senatorenden Republikanern an, so dass der Vorstoß mit 13 zu 10 Stimmen scheiterte.

Der Baucus-Vorlage werden derzeit die größten Chancen eingeräumt, im Senat eine ausreichende Mehrheit zu finden. Die Demokraten benötigen in der 100-köpfigen Kammer eine Mehrheit von 60 Stimmen, um eine mögliche Blockade des Reformgesetzes durch die Republikaner durch Filibuster (Dauerreden) zu verhindern. „Niemand hat mir aufgezeigt, wie wir mit einer öffentlichen Option im Entwurf auf 60 Stimmen kommen können“, sagte Baucus.

Dem Abgeordnetenhaus liegt dagegen ein Entwurf vor, der eine
staatliche Versicherung vorsieht. Obama argumentiert, dass eine
solche Alternative die Privatanbieter zu kostengünstigeren Angeboten zwingen würde. Derzeit haben schätzungsweise mindestens 46 Millionen Amerikaner keine Krankenversicherung. Obama will das ändern. Er hat inzwischen Kompromissbereitschaft in der Frage der staatlichen Krankenkasse angedeutet, weil er nicht möchte, dass die geplante Gesundheitsreform an diesem Punkt scheitert.

Weitere Meldungen hierzu (nach Einloogen in den DAZ-Abonnenten-Bereich):

  • Obama kämpft weiter für seine Gesundheitsreform

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-ausgabe/artikel/articlesingle/2009/38/30953.html

  • Erste Schritte zur Gesundheitsreform in den USA

http://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-ausgabe/artikel/articlesingle/2009/26/29558.html


dpa/diz