Orale Kontrazeptiva

Tödliche Lungenembolie unter Einnahme von Yaz®

Stuttgart - 28.09.2009, 15:22 Uhr


Der Tod einer jungen Frau in der Schweiz, die das orale Kontrazeptivum Yaz® eingenommen hatte, sorgt für Beunruhigung. Sie war

Das in dem oralen Kontrazeptivum Yaz® enthaltene Gestagen Drospirenon steht im Verdacht, häufiger als Levonorgestrel zu venösen thromboembolischen Ereignissen (VTE) zu führen. VTE zählen zu den bekannten, aber als selten eingestuften Nebenwirkungen von hormonalen oralen Kontrazeptiva. Schon kurz nach der Einführung 1961 wurde erkannt, dass die Einnahme der „Pille" das relative Risiko für venöse Thromboembolien um das Zwei- bis Sechsfache erhöht. Das Risiko ist abhängig von der Art des Gestagens. Einer Risikoinformation des BfArM vom 27. August 2009 ist zu entnehmen, dass es unter kombinierten oralen Kontrazeptiva der dritten Generation, die Desogestrel und Gestoden enthalten, etwa doppelt so hoch ist wie unter denen der zweiten Generation mit dem Gestagen Levonorgestrel. Zuletzt entwickelte, kombinierte orale Kontrazeptiva mit dem Gestagen Drospirenon wurden hinsichtlich des VTE-Risikos zunächst wie Levonorgestrel-haltige Kontrazeptiva eingestuft. In zwei vor kurzem publizierten Studien wurde zwar bestätigt, dass das Risiko für kombinierte orale Kontrazeptiva der dritten Generation größer ist als das der zweiten Generation, aber auch gezeigt, dass das Risiko entsprechender Kontrazeptiva mit dem Gestagen Drospirenon ebenfalls höher ist als das der zweiten Generation. Diese beiden Studien werden derzeit vom BfArM in Zusammenarbeit mit den Arzneimittelbehörden der anderen EU-Länder bewertet. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Der jetzt bekannt gewordene Fall einer tödlichen Lungenembolie nach Einnahme des Drospirenon-haltigen Kontrazeptivums Yaz® in der Schweiz hat den Hersteller Bayer-Schering dazu veranlasst, eigene Untersuchungen zu dem Fall durchzuführen. Die Schweizer Arzneimittelbehörde Swissmedic vermutet einen ursächlichen Zusammenhang mit der Einnahme von Yaz®.

Quelle: BfArM-Risikoinformationen vom 27. August 2008; Zeit-online 28. September 2009


Dr. Doris Uhl


Das könnte Sie auch interessieren

Diskussion um die „Pille"

Maxim®-ales Marketing

Wie Jenapharm Ärzte und Anwenderinnen in Sachen Thromboserisiko in Sicherheit wiegen will

Maxim® - Eine „Pille“ für alle!?

Metaanalyse zum Thromboserisiko oraler Kontrazeptiva

Estrogen-Dosis und Gestagen machen den Unterschied

Wie das Risiko für venöse Thromboembolien unter Estradiolvalerat/Dienogest einzuschätzen ist

Neuere Pille, geringere Thrombosegefahr?

Wahl der passenden Methode bei Thromboserisiko

Eine Patientin mit Verhütungswunsch

Venöse Thromboembolien unter kombinierten hormonellen Kontrazeptiva

Macht Qlaira weniger Thrombosen als andere Pillen?