Kommentar

We are family

Düsseldorf - 25.09.2009, 13:50 Uhr


Vielleicht lag es am Hörsaalcharakter, den der Plenarsaal vermittelte. Vielleicht trug auch das EuGH-Urteil dazu bei, das dem diesjährigen Apothekertag im Vorfeld sicher viel an Brisanz genommen hat.

Was es auch war - die Delegierten schienen sich in Düsseldorf jedenfalls alle ziemlich wohl zu fühlen. We are family - kam es friedlich, freundlich rüber. Es war nett. Man freute sich, mal wieder beisammen zu sei, eine Gelegenheit zum Plaudern und - natürlich - zum fachlichen Austausch zu haben. Nicht zuletzt kam einem der Apothekertag wohl aber auch so familiär vor, weil sich auf dem Podium eine neue Mode eingeschlichen hat: das Duzen. Bereits in den vergangenen Jahren konnte man ab und an ein Du und Vornamen hören, wenn Wortmeldungen von Delegierten aufgerufen wurden oder wenn sich die Podiumsteilnehmer untereinander ansprachen. So extrem wie in diesem Jahr war das Geduze bislang allerdings nicht. "Ja, lieber Heinz-Günther" "Du hast natürlich recht, lieber Fritz" "Möchtest Du Deinem Antrag noch etwas hinzufügen, Thomas?" Wirklich sehr familiär. Allerdings möglicherweise nicht für alle nur positiv, z. B. für diejenigen, die dann zur Abwechslung mit "Bitte, Herr Kollege" oder  "Wir hören die Kollegin aus Bundesland X" angesprochen wurden. Sie hatten - so schien es jedenfalls - gegenüber den Duzfreunden einen gewissen Nachteil, gehörten nicht so ganz zum inneren Kreis. Daher: Auch wenn es sich noch so kuschelig anfühlt, vielleicht sollte man das Duzen doch lieber auf die Abende im privaten Kreis beschränken und nicht zur bevorzugten Anrede in einem so offiziellen Rahmen wie dem Apothekertag erheben.

Beatrice Rall


Dr. Beatrice Rall


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