IQWiG

Rauchstopp vor OP lohnt sich

Berlin - 03.09.2009, 14:54 Uhr


Wer mindestens vier Wochen vor einer Operation mit einer Nikotinersatztherapie beginnt, kann sein Risiko für Wundheilungsstörungen halbieren. Darauf hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen heute hingewiesen.

"In Anbetracht einer nahen OP mit dem Rauchen aufzuhören, ist nicht einfach", räumt IQWiG-Leiter Prof. Peter Sawicki ein. Doch er gibt zu bedenken: Bei rauchenden Menschen sind Komplikationen nach einer Operation häufiger als bei Menschen, die nicht rauchen.

Das zeigt eine Analyse aktueller Forschungsergebnisse, die das IQWiG vorgenommen hat. Danach kann eine Nikotinersatztherapie mit Pflastern oder Kaugummis erheblich helfen, rauchfrei zu werden und Operationskomplikationen zu vermeiden. In Studien hatten nur 14 Prozent der rauchenden Patienten Wundheilungsstörungen, wenn sie mindestens vier Wochen vor der Operation eine Nikotinersatztherapie erhielten. Ohne Nikotinersatztherapie war dies bei 28 Prozent der Fall. Wundheilungsstörungen gehören zu den nach einer Operation häufigen Komplikationen.

"Anästhesie und Operation belasten ohnehin die Sauerstoffversorgung des Körpers", betonte Sawicki. "Rauchen vermindert die im Blut verfügbare Sauerstoffmenge zusätzlich und behindert so die Wundheilung, für die Sauerstoff sehr wichtig ist."


Kirsten Sucker-Sket