China

Pharmamarkt der Volksrepublik auf der Überholspur

Peking - 01.09.2009, 15:22 Uhr


In vier Jahren wird die Volksrepublik China nach Prognosen von Analysten das Marktvolumen von Deutschland und Frankreich überholt und sich hinter den USA und Japan auf den dritten Platz geschoben haben.

Als wesentliche Auslöser des Wachstumsschubes sehen die Experten einerseits die geplante Einführung einer medizinischen Grundversorgung im Land bis 2011, für die ein Volumen von 124 Milliarden Dollar veranschlagt wurde. Andererseits haben die 1,3 Milliarden Chinesen einen wachsenden Bedarf an medizinischer Versorgung aufgrund der immer älter werdenden Bevölkerung und der zunehmenden Adaption westlicher Lebensstile mit all ihren gesundheitlichen Nachteilen. "Die Grundversorgung erscheint im Vergleich zu westlichen Ländern pro Kopf immer noch recht moderat, aber sie dürfte der Pharmaindustrie schon helfen", erläutert Analyst Christian Peter vom Bankhaus Sal. Oppenheim gegenüber dem Nachrichtendienst "pressetext". Durch sie wäre auch bei Medikamenten für nicht-lebensstiltypische Krankheiten ein Absatzplus zu erwarten.

Das Rennen um die Vorherrschaft auf Chinas boomenden Medikamentenmarkt haben derzeit europäische Konzerne wie Bayer die Nase vorn. Die US-amerikanischen Pharmaunternehmen hätten sich zu lange mit dem Wachstum am Heimatmarkt zufriedengegeben, erklärt Analystin Chui den Rückstand der USA. Doch mittlerweile haben auch US-Konzerne wie der weltgrößte Medikamentenhersteller Pfizer den Trend erkannt und setzen gezielt zur Aufholjagd an. Neben dem Schwerpunkt Impfstoffe, den Pfizer-Chef Jeff Kindler als wichtiges Standbein in China ausbauen will, sieht Chui vor allem bei Therapeutika für im Lande verbreitete Erkrankungen wie Hepatitis C. Bei rund 30 Millionen erkrankten Chinesen und jährlich 300.000 Todesfällen, so die Expertin bei "pressetext", hätten Medikamente gegen die Leberentzündung mit prognostizierten Jahres-Einnahmen von einer Milliarde oder echtes Blockbuster-Potenzial.


Tarja Wündrich


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