Arzneimittel-Rabattverträge

BKKen schreiben 52 Wirkstoffe aus

Berlin - 28.07.2009, 13:15 Uhr


Nach den Allgemeinen Ortskrankenkassen und der Techniker Krankenkasse haben nun auch die Betriebskrankenkassen (BKK) ein Vergabeverfahren für Arzneimittel-Rabattverträge gestartet.

An dem Verfahren beteiligen sich 80 Krankenkassen. Neben 78 Betriebskrankenkassen sind auch der Spitzenverband der landwirtschaftlichen Sozialversicherung sowie die BIG Direkt mit von der Partie. Insgesamt repräsentieren die Kassen rund 7,3 Millionen Versicherte. Spectrum|K kündigte bereits an, dass alle ausgeschriebenen Medikamente für die Versicherten von der Zuzahlung freigestellt werden sollen.

Die Ausschreibung erfolgt wirkstoffbezogen: 52 Wirkstoffe sind in insgesamt 79 Fachlose aufgeteilt. Gebietslose wie bei der AOK sind dagegen nicht vorgesehen. Dass ein Wirkstoff mitunter in mehrere unterschiedliche Lose aufgeteilt wird, liegt an den detaillierten Losbeschreibungen nach ATC-Code, Wirkstoffname, Darreichungsform, Wirkstärke und Packungsgrößen nach Stückzahl. Dahinter stehen versorgungspolitische Gründe, erläuterte Spectrum|K-Sprecher Thomas Isenberg gegenüber der DAZ. Man wolle sicherstellen, dass den Patienten der Zugang zu sinnvollen Präparaten ermöglicht bleibt. So ist zum Beispiel der Wirkstoff Metoprolol in Form von Retard-Tabletten in drei verschiedene Fachlose unterteilt - jeweils getrennt nach ihrer unterschiedlichen Kinetik.

Die Zuschlagserteilung erfolgt pro Fachlos. Für jedes dieser Lose wird eine Rabattvereinbarung mit maximal vier pharmazeutischen Unternehmern (Bieter oder Bietergemeinschaft) geschlossen. Damit wollen die Kassen eine Anbietervielfalt und die Wahlfreiheit von Patienten und Ärzten gewährleisten. Die Laufzeit der Verträge beträgt zwei Jahre - sie sind aber zweimal um jeweils ein Jahr verlängerbar. Die Gebote finden laut Spectrum|K in Form mengenabhängiger Staffelrabatte statt. Voraussichtlicher Vertragsbeginn ist Anfang 2010 - allerdings ist absehbar, dass auch diese Ausschreibung durch die juristischen Mühlen gehen wird.


Kirsten Sucker-Sket


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