Aus Kammern und Verbänden

Fortbildung über Nieren- und Harnwegserkrankungen

Der 37. Schwarzwälder Frühjahrskongress der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg, der am 14. und 15. März in Villingen-Schwenningen stattfand, befasste sich mit nephro­logischen Themen. Rund 700 Teilnehmer informierten sich über pharmakokinetische Grundlagen, Anforderungen an eine Evidenz-basierte Beratung und über Diagnosen und Therapien spezieller Krankheitsbilder.

Das Thema Niere und ableitende Harnwege wurde in sechs Vorträgen unter verschiedenen Gesichtspunkten beleuchtet. Zwei Referate befassten sich mit dem niereninsuffizienten Patienten, und zwar ging Prof. Dr. Walter E. Haefeli, Heidelberg, auf die Problematik der richtigen Arzneimitteldosierung bei nierenkranken Patienten ein, während Prof. Dr. Helmut Reichel, Villingen-Schwenningen, die Pharmakotherapie dialysepflichtiger Patienten erläuterte. Bei niereninsuffizienter Patienten muss die Dosis renal eliminierter Arzneistoffe der individuellen Ausscheidungskapazität angepasst werden, um Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden. Hierzu stellte Haefeli mehrere Methoden zur Dosisfindung vor und verwies auf verschiedene Datenbanken (siehe S. 50).

In einem weiteren Vortrag ging Prof. Dr. Alexander Lampel, Villingen-Schwenningen, auf Ursachen, Behandlungsmöglichkeiten und die Prävention von Harnsteinen ein.

Die Referenten, die über Harnwegsinfekte und Harninkontinenz sprachen, hoben die Verantwortung des Apothekers bei der Beratung hervor. Wie Priv.-Doz. Dr. Alexander Frankenschmidt, Freiburg, betonte, muss nur ein kleiner Teil aller Harnwegsinfekte zwingend antibiotisch behandelt werden. Um diesen Anteil zu erkennen und den Betroffenen rechtzeitig zum Arzt zu verweisen, sind ein fundiertes Wissen und eine gezielte Fragestellung von Seiten des Pharmazeuten erforderlich (siehe S. 52).

Bei Kontinenzproblemen ist die Apotheke eine wichtige Anlaufstelle für Ratsuchende. Erst durch eine Enttabuisierung der Problematik können Wege zur Therapie und Beschwerdelinderung aufgezeigt werden, wie Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel, Villingen-Schwenningen, darlegte.

Im Abschlussvortrag befasste sich Dr. Gerd Antes, Freiburg, mit der Evidenz-basierten Beratung und zeigte die Probleme auf, die bei der Gewinnung, Beurteilung und praktischen Umsetzung von Informationen auftreten. pj

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