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Es wird die Frage zu klären sein, ob die Unternehmen der Apothekerverbände Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen illegal sensible Daten gesammelt haben. (Foto: DAZ/diz)

Es wird die Frage zu klären sein, ob die Unternehmen der Apothekerverbände Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen illegal sensible Daten gesammelt haben. (Foto: DAZ/diz)

Spiegel zu Rezeptdaten-Handel

Hat Pharmafakt illegal mit Rezeptinformationen gehandelt?

Stuttgart - Dem Magazin „Der Spiegel“ zufolge (Ausgabe vom 13. Februar) sind Datenschützer einem Skandal auf der Spur. Haben Unternehmen der Apothekerverbände wie VSA und die Pharmafakt Gesellschaft für Datenverarbeitung jahrelang illegal mit Rezeptinformationen gehandelt?

Zum Hintergrund: Rezeptdaten, die bei Rechenzentren wie der Verrechnungsstelle der Süddeutschen Apotheken (VSA) erhoben werden, wecken bei Pharmafirmen naturgemäß Begehrlichkeiten. Mit Hilfe solcher Rezeptdaten lassen sich wertvolle Informationen zur Verordnung der Arzneimittel generieren und analysieren. Da Rezeptdaten aber unter den Datenschutz fallen, hat auch das Sozialgesetzbuch einen strengen Schutz vor Datendiebstahl und Datenhehlerei aufgebaut. Verstöße können mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. 

Laut Spiegel-Bericht fällt nun ein Verdacht auf die Pharmafakt Gesellschaft für Datenverarbeitung (GFD) in Karlsfeld bei Dachau. Gesellschafter von Pharmafakt  GFD sind die Apothekerverbände der Länder Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sowie die VSA GmbH, Deutschlands größtes Apothekenrechenzentrum in München. Die Pharmafakt GFD wertet Rezeptdaten der Rechenzentren aus und verkauft das Ergebnis an die Pharmaindustrie – was rechtens ist, solange die Daten verschlüsselt verwendet werden. 

Einem Insider zufolge (dem Spiegel liegt eine eidesstattliche Erklärung dieses ehemaligen IT-Managers der GFD vor) seien die Rezeptdaten aber in unverschlüsselter Form gesammelt, gespeichert worden – auf ausdrückliche Weisung der Geschäftsführung und in Abstimmung mit der VSA. Daten sollen bis 2007 auch vom Norddeutschen Apothekenrechenzentrum (NARZ) gekommen sein, vermittelt über dessen Marktforschungs-Tochterfirma GFI. 

Nachdem datenschutzrechtliche Bedenken aufgekommen seien, habe man einen Pseudo-Datenschutz aufgebaut: eine verschlüsselte Variante der Rezeptdatenlieferung für die Datenschützer und eine unverschlüsselte Lieferung. 

Wie der Spiegel weiter berichtet, soll die GFD – um die verschlüsselten Daten das NARZ zu deanonymisieren – weitere Daten hinzugekauft haben. Hierfür sei ein VPN-Tunnel (direkte sichere Datenverbindung) zur Gesellschaft für Statistik im Gesundheitswesen (GFS) in Dresden aufgebaut worden. Laut Spiegel ist die GFS ein Dienstleister, der u. a. Rezepte sämtlicher acht Millionen Mitglieder der Barmer GEK prüft.   

Unklar sei bisher, zu welchem Preis und in welcher Form die Daten verkauft wurden. Auf der Kundenliste der GFD stehen jedenfalls alle namhaften Pharmafirmen. Es wird die Frage zu klären sein, ob die Unternehmen der Apothekerverbände Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen illegal sensible Daten gesammelt haben und sie an Pharmaunternehmen weiterverkauft haben. Die GFS Dresden will laut Spiegel-Bericht nur Adressdaten von Ärzten übertragen haben. Und die Geschäftsführung der VSA weist die Vorwürfe zurück.  

Peter Ditzel / 12.02.2012, 11:11 Uhr

Kommentare:

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Winfried Meyer sagt:
14.02.2012 10:56

@ Spekulatius 14.02.2012 09:12
... in Kurzform :

"Wulffen" halt , das versteht wohl "jeder" !

Winfried Meyer sagt:
14.02.2012 10:46

@ Spekulatius 14.02.2012 09:12

Es geht in hiesigen Kommentaren um VERANTWORTLICHE Unternehmenspolitiken, in Aussenwirkung auf Kunden,Patienten,Gesundheitsplayer,Politiker, also nicht um kleine operative "Hänschen"=Geschäftsführer, sondern um GESELLSCHAFTER="Hans" in Kapitallenkung und Mitgliedsbeitrags"einnahme"(-Verwendung), e.V-freiwillig und/oder K.d.Ö.R.-zwangsweise gleichermaßen.
Fühlen SIE-persönlich sich etwa nicht als Letzt-Verantwortlicher in Ihrer e.K.-Funktion gegenüber den Fehlleistungen Ihrer Mitarbeiter, ob die nun angestellt sind oder von "Gremien" berufen ?
fragt
www.apointernetclub.blogspot.com

Spekulatius sagt:
14.02.2012 09:12

Das sind ja unsäglich alberne Kommentare - ohne Kenntnis der Situation wird hier über einen Vorgang, der an anderer Stelle bereits aufgeklärt wurde (Wichtig - die Rolle des früheren, geschasten Geschäftsführers, vielleicht der o.g. Insider?) geschrieben. Schade, liebe Kollegen...

Spitzweg sagt:
14.02.2012 00:36

es scheint hier in BW so gewisse "Pflichten" zu geben : Man ist im LAV, bestellt bei der EGWA (gibts wohl nimmer) und rechnet über die VSA ab
Info: geht ohne all das.

nicht mehr apotheker sagt:
13.02.2012 13:37

...griechische Verhältnisse!!!...

eimer sagt:
13.02.2012 12:50

ein bisschen off-topic zu @moser:
wenn sie herr meyer's kommentare nicht lesen wollen, dann lassen sie es einfach. es zwingt sie niemand.

@zu herrn meyer:
danke, dass sie ihren schreibstil angepasst haben.

Verquickung sagt:
13.02.2012 12:38

Man muss sich nur die Verquickung der LAV's und der Rechenzentren ansehen. Da findet man interessante LAV-Fürsten in den Gremien...
der staatsanwalt wird sich jetzt sicher mit der Angelegenheit auseinandersetzen.

Peter sagt:
13.02.2012 10:45

Ist es nicht erstaunlich, dass diese Meldung genau jetzt kommmt - zu der Zeit also, zu der die Kassen endlich den verdienten Abschlag 2009 und 2010 nachzahlen müssen? M.E. wird wiedermal Propaganda gegen die Apotheken und die Verbände gemacht, um bei der nächsten Runde nicht wieder auf 1,75€ zurück zu fallen!

Winfried Meyer sagt:
13.02.2012 10:44

@ Apotheker 13.02.2012 09:27
"Herr Keller ist inzwischen Geschichte"

Wirklich ? ... und warum leben er und seine 3 ABDA-Mitväter immernoch in ihren "JÜNGERN" weiter ?
Wären Letztere erwachsen, hätten Sie in Aussendarstellung z.B. die ABDA-Headline www.abda.de schon längst AKTUALISIERT dergestalt :
"Bundesvereinigung von 17 Landesverbänden in Exclusivpartnerschaft mit 17 Landesapothekerkammern K.d.Ö.R." ... ehrlicherweise !
Dann wären die Politiker endlich HELLWACH, die Vorort-Patienten/-Kunden ebenso ...
damit "vor eigener Haustüre" viele Probleme in KONSEQUENZEN von selbst gelöst, "Geschichte" eben ...
meint
www.apointernetclub.blogspot.com
(für die hiesigen mehr...

Praktiker sagt:
13.02.2012 10:36

Jetzt gehen die Apothekerverbände sicherlich
mal wieder auf mediale Tauchstation !
Peinlich ,peinlich!,
Persönliche Konsequenzen wird K e i n e r ziehen!
Wetten dass..?

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