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Celesio-Chef Markus Pinger konnte einen Exklusivvertrag mit Merck Serono für Großbritannien an Land ziehen. (Foto: DAZ/diz)

Celesio-Chef Markus Pinger konnte einen Exklusivvertrag mit Merck Serono für Großbritannien an Land ziehen. (Foto: DAZ/diz)

Pharmahandel

Celesio angelt sich Exklusivvertrag für Großbritannien

Stuttgart - Der Pharmagroßhändler Celesio treibt sein Wachstum bei lukrativen Spezialmedikamenten weiter voran. Über seine Tochter AAH Pharmaceuticals wird Celesio von 2012 an exklusiv in Großbritannien die fertilitätsfördernden Präparate von Merck Serono vertreiben, wie das im MDax gelistete Unternehmen am 1. Dezember mitteilte.

"Das ist fast wie ein Geschenk zu Weihnachten", sagte Celesio-Chef Markus Pinger am Mittwochabend vor Journalisten in Stuttgart. Mit etwa einem Fünftel vom Umsatz ist Großbritannien Celesios zweitwichtigster Markt – nach Frankreich. Medikamente, die den Kinderwunsch von Paaren unterstützen, gelten als ertragsstark.


Exklusivverträge zwischen Arzneimittelherstellern und -händlern sind selten in der Branche. Zum Volumen des Deals machte Celesio keine Angaben. Unternehmenslenker Pinger – erst seit Sommer an der Konzernspitze – will den Abschluss als Teil seiner neuen Strategie verstanden wissen. Er krempelt derzeit Deutschlands zweitgrößten Arzneihandelsriesen komplett um. Der Konzern soll sich stärker auf seine Rolle als Lieferant beschränken, Marktanteile im Bereich der lukrativen Spezialmedikamente hinzugewinnen und auf neuen Märkten wie Südamerika und dem Mittleren Osten expandieren. Erst im Oktober hatte Celesio die brasilianische Oncoprod-Gruppe gekauft, die unter anderem teure Krebsmedikamente vertreibt. Brasiliens Pharmamarkt wächst um etwa 12 Prozent – der deutsche Markt dagegen nur um etwa 2 Prozent.

Früher hatte sich der Großhändler Celesio auch auf ganz anderen Feldern der Gesundheitsbranche versucht, etwa bei Dienstleistungen für Krankenkassen. Zukäufe erwiesen sich als Fehlinvestitionen, der Konzern rutschte in die roten Zahlen. Pinger, der als Manager vom Nivea-Konzern Beiersdorf  kommt, will nun zurück zu den Wurzeln des Unternehmens, das hierzulande neben Phoenix und Anzag zu den drei bedeutendsten Großhändlern für die rund 21.500 Apotheken zählt.

dpa_AFX / 01.12.2011, 14:12 Uhr

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