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Wirtschaft

Günstige Generika verteuern sich 2012. (Foto: ABDA)
AMNOG
Generika werden ab Januar teurer
Berlin - Das nächste Jahr bringt bekanntlich eine neue Vergütung für die pharmazeutischen Großhändler: Sie bekommen dann für jede verschreibungspflichtige Arzneimittelpackung einen Fixbetrag von 70 Cent sowie einen nach oben gedeckelten prozentualen Zuschlag von 3,15 Prozent auf ihren Einkaufspreis. Pro Generika beklagt, dass damit günstige Nachahmerarzneien auf einen Schlag merklich verteuert werden.
Schon in diesem Jahr wurden die Großhändler durch das Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetz zu einem Sparbeitrag herangezogen. Die wirkliche Umstellung der Vergütung erfolgt aber erst zum 1. Januar 2012. Das werden auch Apotheken zu spüren bekommen. Der Fixzuschlag wird keinem Rabatt zugänglich sein; dieser kann sich nur aus dem prozentualen Zuschlag speisen. Viel mehr als drei Prozent werden damit künftig nicht drin sein. Dabei wird der prozentuale Höchstzuschlag der Großhändler auf 37,80 Euro begrenzt. Dies kommt ab einem Herstellerabgabepreis von rund 1.200 Euro zum Tragen.
Der Branchenverband Pro Generika geht davon aus, dass 336 Millionen preiswerte Generikapackungen für die gesetzlichen Krankenkassen teurer werden – und zwar ohne dass die Hersteller davon etwas hätten. Die Umstellung der Großhandelsvergütung verteuere alle Arzneimittel, die ab Werk weniger als 7,78 Euro kosten. Hochpreisige Medikamente kommen die Kassen dagegen künftig billiger. Am Ende wird sich dies für die Kostenträger lohnen.
Doch Pro Generika grämt, dass nun ausgerechnet diejenigen Präparate teuerer werden, die seit Jahren für die größten Einsparungen im Arzneimittelbereich sorgen. Von großen Profiten der Pharmaindustrie will der Verband nichts hören. Dazu macht er folgende Rechnung auf: Ein Generikum, das ab Werk 70 Cent kostet, wird ab 1. Januar 2012 in der Apotheke ohne Rabatte aber inklusive Mehrwertsteuer 11,38 Euro kosten. Der Anteil des Herstellers liege dann bei lediglich 6,15 Prozent.
Nicht nur für Kassen, auch für Apotheken werden günstige Generika ab nächstem Jahr teuerer. Wer sich noch im laufenden Jahr mit Arzneimitteln zu einem Apothekeneinkaufspreis von weniger als 36,80 Euro eindeckt, spart. Medikamente, die der pharmazeutische Unternehmer zu einem Preis von 50 Cent abgibt, kosten die Apotheke derzeit noch 57 Cent im Einkauf – ab 2012 werden für die gleiche Packung 1,22 Euro fällig.
Kirsten Sucker-Sket / 30.11.2011, 16:22 Uhr
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Kirsten Sucker-Sket sagt:
01.12.2011 17:25Danke, Drinhaus, für den Hinweis und verzeihen Sie den Schreibfehler.
Gunnar Müller / Detmold sagt:
01.12.2011 12:09Und wann kommt ENDLICH der ABDA-Kommentar ..........?
........ dass wieder einmal WIR Apotheken einen netten Lagerwert-VERLUST einfahren werden ??!!
Liebe Kollegen,
schreibt doch einfach 'mal am 2.Januar eine kleine Rechnung an den BMG (nachrichtlich ABDA) - dann wissen alle endlich Bescheid........!
Drinhaus sagt:
30.11.2011 18:32Zitat: "Wer sich noch im laufenden Jahr mit Arzneimitteln zu einem ApothekenVERKAUFSpreis von weniger als 36,80 Euro eindeckt, spart."
Da hat sich leider ein Schreibfehler eingeschlichen. Hier muss "ApothekenEINKAUFSpreis" stehen.
Und selbst diese Aussage ist pauschal nicht gültig. Aufgrund der Degression und der Stufen in der Preisspannenverordnung gibt es hier keinen linearen Verlauf. Ein Beispiel:
Ein HAP von 23,01 ergibt :
AEK 2011 24,42
AEK 2012 24,43
Bei 1 Cent Differenz ist hier bei einem Vorratskauf wohl kaum noch was zu sparen.
Zudem sollte hier für Aussenstehende nicht der Eindruck entstehen, die Apotheken würden von der Absenkung der GH-Spanne profitieren, denn die Verluste der lagervorrätig zu haltenden mehr...