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Wirtschaft

Novartis weitet Lieferstopp aus: Jetzt auch Phoenix und Sanacorp betroffen. (Foto:Phoenix)
Arzneimittelgroßhandel
Skonti-Streit mit Novartis: Lieferstopp für Phoenix und Sanacorp
Berlin - Der Skonti-Streit zwischen dem Schweizer Arzneimittelhersteller Novartis und dem deutschen Großhandel zieht weitere Kreise: Jetzt hat Novartis auch die Belieferung von Phoenix und Sanacorp eingestellt. Novartis will die bisherigen Skonti-Konditionen kürzen.
„Phoenix, die in Deutschland als Marktführer im Pharmagroßhandel 10.000 Apotheken mit Arzneimitteln versorgt, wird in Deutschland von Novartis seit Mitte November nicht mehr beliefert. Damit ist die Versorgung der Apotheken mit Produkten von Novartis gefährdet. Phoenix hat deshalb Novartis aufgefordert, die Belieferung in Deutschland wiederaufzunehmen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Mannheimer Großhändlers.
Bereits gestern hatte Sanacorp den Lieferstopp durch Novartis gemeldet. Man befinde sich in „schwierigen Verhandlungen“ über die Skonti-Konditionen, hieß es aus München. Derzeit sei man noch lieferfähig.
Novartis habe die Phoenix-Bestellungen der vergangenen Woche bisher nicht ausgeliefert. Phoenix hat deshalb Novartis aufgefordert, das Unternehmen weiter zu beliefern, um den gesetzlichen Versorgungsauftrag und die Belieferung der Apotheken gewährleisten zu können. „Wie lange die vorhandenen Bestände den Bedarf noch decken können, ist unsicher und abhängig von den Artikeln und dem aktuellen Abruf“, teilte Phoenix mit. Phoenix werde seine Kunden über den Fortgang informieren.
Der Grund für den Auslieferungsstopp sind Uneinigkeiten über die Lieferkonditionen. Die von Novartis vorgelegten neuen Preiskonditionen seien aus Sicht von Phoenix unangemessen und können deshalb nicht akzeptiert werden.
Lothar Klein / 24.11.2011, 10:03 Uhr
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MW sagt:
25.11.2011 10:23Ich kann den Großhandel in seiner Haltung nur unterstützen. Jeder weiß doch, wer in der Kette der Gesundheitsversorgung am meisten vom Arzneimittel-Kuchen abbekommt und das sind ganz sicher nicht die Apotheken oder der Großhandel. Skontokürzungen treffen in letzter Konsequenz dann auch die Apotheken, wenn der Großhandel wie in der Vergangenheit Kürzungen einfach weiterreichen (siehe AMNOG). Ich werde in nächster Zeit jedenfalls mal keine Bestellungen bei Novartis vornehmen. Auch wenn das ein Tropfen auf den heißen Stein ist. Ich kann nur hoffen, daß viele Apotheken das ähnlich handhaben. Dann kann auch ein kleiner Apotheken-David vielleicht den Novartis-Goliath ein wenig beeindrucken. Es gibt ja auch in vielen Bereichen gleichwertige Alternativ-Produkte.
Spitzweg sagt:
25.11.2011 00:23@Cirsten Konrad
Mir kommen die Tränen. Was für nen Scheiss dürfen wir Klein-Apotheker dann verzapfen?
was ist mit unseren Bilanzen, unserer Existenz?
Cirsten Konrad sagt:
24.11.2011 22:46Sorry, war ein anstrengender Tag und da schreibt man schon mal so einen Scheiß. Als Mitarbeiter der pharmazeutischen Industrie bist du irgendwann fix und alle. Unsere Bilanzen sind ja auch nicht so super, ein paar Millionen mehr Gewinn müsste es schon sein, damit weiter völlig überzogene Gehälter bezahlt werden können. OK, Skontoabzug nur, wenn die Mitarbeiter noch mehr Kohle bekommen.
Apotheker B sagt:
24.11.2011 20:40Liebe Frau Conrad,
wenn Sie für die Rezept-Abrechnung (Falls Sie Apothekerin sind) nur noch 3.50€ bekommen, mochte ich gerne wissen, wie Sie die NACHFRAGE Ihrer Kundschaft(Patienten) befriedigen müssen.
Kirsten Conrad sagt:
24.11.2011 19:19Ich verstehe das Problem nicht. Es handelt sich doch um Angebot und Nachfrage. Wenn die Großhändler Waren von Novartis kaufen wollen, dann müssen sie halt Novartis Konditionen akzeptieren, ansonsten gibt es nichts. So ist es bei anderen Produkten doch auch der Fall.