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Apothekerkammer-Präsident Günther Hanke will Apotheker-Image aufpolieren. (Foto: LAK Baden-Württemberg)

Apothekerkammer-Präsident Günther Hanke will Apotheker-Image aufpolieren. (Foto: LAK Baden-Württemberg)

Apothekerkammer Baden-Württemberg

Mehr Geld für Image-Kampagne

Stuttgart - Die Apothekerkammer Baden-Württemberg will im kommenden Jahr mit einer Öffentlichkeitskampagne über „Mythen“ und Vorurteile über Apotheken aufklären und damit das Image des Apothekerberufs aufpolieren. Zu diesem Zweck beschloss die Kammerversammlung mit knappem Ergebnis eine leichte Erhöhung des Kammerbeitrages.

Mit der Öffentlichkeitskampagne soll beispielsweise den weitverbreiteten Vorurteilen entgegen getreten werden, dass es zu viele Apotheken im Land gibt. Aufgeklärt werden soll zudem über die wirtschaftliche schwierige Lage vieler Apotheken und dem mit dem Begriff „Apothekenpreise“ verbundenen Hochpreis-Image.

Allerdings war die Entscheidung zur Erhöhung des Kammerbeitrags in der Kammerversammlung umstritten. Von den Kritikern wurde angeführt, dass eine Beitragserhöhung angesichts der AMNOG-Belastungen nicht in die Zeit passe. Nach ausführlicher Diskussion gab es schließlich eine knappe Mehrheit für die Anhebung des Kammerbeitrages von 0,095 auf 0,098 Prozent. Das bedeutet pro eine Million Umsatz eine Erhöhung um 30 Euro. Insgesamt erwartet sich die Apothekerkammer Baden-Württemberg davon Mehreinnahmen von 140.000 Euro pro Jahr.

Begründet wurde die Anhebung des Kammerbeitrages außerdem mit teuren Maßnahmen für das Notfalldepot. Dort müssen unter anderem Anti-Schlangengift-Seren ausgetauscht werden, weil sie das Verfallsdatum erreicht haben.

 

Lothar Klein / 17.11.2011, 10:33 Uhr

Kommentare:

Thomas Luft sagt:
18.11.2011 08:45

Wie immer, wenn die Presse etwas berichtet, wird nicht alles aufs Tableau gebracht. Notfalldepot und PR-Kampagne verursachen nicht den großen Batzen der Mehrausgaben, die gedeckt werden müssen. Ein sehr großer Teil stammt noch aus Altlasten (Pensionszusagen), die durch neue Gesetze in den Haushalt gestellt werden müssen.

Aber Schlangengifte sind für Journalisten greifbarer als Bilanzierungsgesetze...

Übrigens wird daran gearbeitet, dass die Seren nicht mehr vorrätig gehalten werden müssen. Das ist ein Wunsch der KH-Ärzte.

Elisabeth Jedamzik sagt:
17.11.2011 20:23

@ Apatsche
Klar, ich hab auch ein Notfalldepot, aber ein überschaubares, trotzdem gesetzeskonform. Aber Schlangengift-Sera, das hab ich noch nie gehabt ?!(Bayern)
Gibt es in Ba-Wü soviele Giftschlangen?
Und warum tritt man dafür nicht ein, dass so etwas an die Krankenhäuser verlagert wird, wo dann auch die Behandlung erfolgt. Oder ist das Imagegewinn, wenn ich das Gelbbauch-ottervipercobraserum habe? ;-)
Dafür den Kammerbeitrag rauf ? Geht'snoch?

Apatsche sagt:
17.11.2011 19:02

@Elisabeth Jedamzik: Die Bestimmung findet sich in der Apothekenbetriebsordnung §15(2) und in deren Anlage 4. Da sich die ApBetrO nur an Apotheker richtet, kann die Vorrätighaltung nicht an fremde Berufsstände vergeben oder beauftragt werden. Die Antidote nach Anlage 3 ApBetrO muss ja auch die Apotheke im Hause haben; fast immer verfallen diese und das Nachbestellen ist oft teuer.

Elisabeth Jedamzik sagt:
17.11.2011 18:16

"Dort müssen unter anderem Anti-Schlangengift-Seren ausgetauscht werden, weil sie das Verfallsdatum erreicht haben."
Versteh' ich echt nicht!!
Warum ist die Apothekenkammer BaWü dafür zuständig und keine Uniklinik??

Profi sagt:
17.11.2011 16:29

Endlich!!
Es ist unglaublich wie sich das Bild des reichen Apothekers ob selbstständig oder nur angestellt noch hält. "Apothekenpreise" werden von der Bevölkerung noch für wahr gehalten und noch mehr der doch so hohe Verdienst an den Medikamenten. Patienten mit hochpreisigen Medikamenten führen sich fordernd auf, weil sie der Annahme sind der Apotheker verdiene mit Ihrem Rezept Margen von 20,30% und mehr!
Wenn ich mit Entscheidungsträgern aus wissenschaftlichen Gesundheitsökonomischen Instituten, die u.a. die Politik beraten so glaubt man kaum was da für ein Nichtwissen herrscht bezüglich Einkommen und Einbußen der Apotheken.
Es gibt ja so viele Apotheken = riesen Verdienst.
Man kennt einen Apotheker der fährt Mercedes (das in diesem Fall z.B. eine Apotheke mehr...

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