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Wirtschaft

Die Barmer GEK folgt bei Rabattverträgen nun dem AOK-Einpartner-Modell. (Logo: Barmer GEK)
Rabattverträge
Barmer GEK startet exklusive Ausschreibung
Berlin - Deutschlands größte gesetzliche Krankenkasse, die Barmer GEK, hat sich nach ihrer Fusion im Januar 2010 Zeit gelassen. Erst jetzt hat sie ihre erste Ausschreibung für Arzneimittel-Rabattverträge veröffentlicht. Für 30 Wirkstoffe bzw. Wirkstoffkombinationen will die Kasse exklusive Rahmenvereinbarungen mit jeweils nur einem Wirtschaftsteilnehmer schließen.
Bislang setzte die Barmer GEK auf Portfolioverträge mit verschiedenen Herstellern. Eine Ausschreibung war allerdings schon länger geplant. Vor knapp zwei Jahren dachte die Kasse dabei noch in ganz anderen Größenordnungen – zudem wollte man sich damals klar vom AOK-Modell abgrenzen und mit mehreren Herstellern Verträge schließen. Man wartete die politische Entwicklung ab, und nun kam alles anders. Die Zahl der ausgeschriebenen Wirkstoffe ist vorerst überschaubar – und die 8,6 Millionen Barmer-Versicherten werden bei diesen Rabattvertragsarzneien künftig keine Wahl mehr zwischen verschiedenen Herstellern haben. Die aktuelle Ausschreibung umfasst Wirkstoffe wie Amlodipin, Amoxicillin, Bisoprolol, Enalapril und Metoprolol in den verschiedensten Kombinationen.
Die Verträge sollen im kommenden Frühjahr starten und eine Laufzeit von zwei Jahren haben. Die Angebote können von den Unternehmen und Bietergemeinschaften für ein oder mehrere Lose eingereicht werden – und zwar bis zum 20. Dezember. Für die Vertragslaufzeit sichert die Barmer GEK dem jeweiligen Auftragnehmer laut Ausschreibung Exklusivität zu.
Der Branchenverband Pro Generika bewertet die Ausschreibung als äußerst problematisch für den Generika-Wettbewerb. Geschäftsführer Bork Bretthauer verwies auf die jüngst veröffentlichte Studie des Berliner IGES-Instituts zum Generikamarkt. Hierin sei „empirisch nachgewiesen“ worden, dass Rabattverträge eben nicht zu mehr Wettbewerb im Generikamarkt führen. Im Gegenteil erhöhten sie messbar die Marktkonzentration – und dies sei „kein Zeichen für ein nachhaltiges Wettbewerbsmodell“. Bretthauer: „Je mehr Unternehmen im Wettbewerb agieren, desto intensiver und nachhaltiger entwickelt sich der Preiswettbewerb.“
Kirsten Sucker-Sket / 28.10.2011, 09:46 Uhr
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