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Ersatzkassen wollen fehlerhafte Herstellerrabatte eintreiben. (Foto: Bilderbox)

Ersatzkassen wollen fehlerhafte Herstellerrabatte eintreiben. (Foto: Bilderbox)

Retaxationen

Ersatzkassen treiben Herstellerrabatte der Jahre 2007 bis 2010 ein

Berlin - Bis zum Jahresende rollt auf die meisten Apotheker eine Welle von Retaxationen der Ersatzkassen wegen fehlerhafter Herstellerrabatte aus den Jahren 2007 bis 2010 zu. „Der GKV-Spitzenverband hat alle Krankenkassen aufgefordert, die von den Generikaherstellern unrechtmäßig einbehaltenen Rabatte für Verschreibungen aus den Jahren von 2006 bis 2010 nunmehr einzufordern“, teilt dazu die Krankenkasse hkk mit, die bereits Retaxationsforderungen an Apotheker verschickt hat.

Der Weg der Abrechnung der Herstellerrabatte sei rechtlich vorgeschrieben, so die hkk: „Die Krankenkassen können dies nur über die Apotheken abwickeln, in denen die Abgabe der Produkte erfolgt ist. Die Apotheken erhalten das Geld dann über die Apotheken-Abrechnungszentren zurück. Es handelt sich somit für die Apotheken um einen durchlaufenden Posten, den sie über die Abrechnungszentren wieder von den Herstellern zurückerhalten.“

Über dieses Vorgehen hat der Ersatzkassenverband vdek Anfang September den Deutschen Apothekerverband (DAV) informiert. Für die Nachforderung der Rabatte aus dem Jahr 2006 hatten sich die vdek-Kassen bereits zusammengeschlossen. Dieses Verfahren ist inzwischen abgeschlossen. „Im nächsten Schritt müssen die ausstehenden Rabatte aus den Jahren 2007 bis 2010 eingefordert werden. Aufgrund der gesetzlichen Verjährungsfrist von 4 Jahren muss dies für die 2007er-Rabatte noch im laufenden Jahr erfolgen“, heißt es in der hkk-Erklärung weiter.

Ergänzend teilte der vdek mit, dass die Ersatzkassen wieder abgestimmt vorgehen. Um das Verfahren „möglichst schlank abzuwickeln“, würden die Rabattforderungen durch die Abrechnungszentren der einzelnen Krankenkassen in einem automatisierten Verfahren verschickt.

Hintergrund der Kassenforderung: Seit April 2006 bis August 2010 stand den gesetzlichen Kassen für patentfreie, wirkstoffgleiche Arzneimittel grundsätzlich ein Abschlag in Höhe von zehn Prozent des Herstellerabgabepreises zu. Für patentgeschützte Arzneimittel betrug der Herstellerabschlag nur sechs Prozent, unter bestimmten Bedingungen war eine Befreiung vorgesehen. Doch einige Hersteller kennzeichnen ihre Präparate nicht richtig. In der Folge entstand bei den Kassen ein Ausfall von rund 250 Millionen Euro Herstellerrabatt.

Der DAV habe inzwischen die Landesverbände über das Vorgehen der Ersatzkassen informiert. Die Korrektur der Herstellerabschläge werde wie bereits für das Jahr 2006 über die Apothekenrechenzentren abgewickelt, sagte die stellvertretende DAV-Sprecherin Ursula Sellerberg.

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Kassen sollen Apothekenrechnungen kürzen

Lothar Klein / 19.10.2011, 15:20 Uhr

Kommentare:

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Apotheker B sagt:
20.10.2011 23:09

Auch meine Rückbelastung bitte, und auch gleich noch zehn weitere über das Konto des armen Kollegen 54 und die Zinsen bitte auf mein Konto.
Und die rosa Brille gebe ich dann doch schnell wieder zurück, sonst ist schnell, schnell, schnell die Pleite da; nach dem Motto: ...bucht doch alle schon mal bei mir ab, wird schon richtig sein und kommt auch irgendwie wieder rein (Kreditkartenmentalität).

Kontrolle ist besser!!

Aber die kranken Kassen dürfen sich ja einfach über die Rechenzentren an unseren Konten bedienen.
Willkür ist eine höfliche Bitte dagegen.

dietmar frensemeyer sagt:
20.10.2011 18:11

@Apotheker54, der sich wohl gern hinter Zahlen versteckt - haben wir alle was verpasst? die Rückbelastung ist ein duchlaufender Posten .. So hat das der Abda Vorstand Hohmann wohl auch gesehen, als er diese Wohltat der Politk anbot.
Hallo Herr 54 ich trete meine Rückbelastung gerne an Sie ab.
Ansosten empfehle ich, bei den jeweiligen Herstellern eben Ware zu bestellen und die Aufrechnung zu erklären.

Apotheker B sagt:
20.10.2011 17:39

Wir sind und bleiben Enzelkämpfer; einer gegen alle, und verhalten uns auch in allem Überfluß auch noch nicht krähegerecht. (siehe Artikel "Hinweis auf Notdienstbereitschaft")

Apotheker B sagt:
20.10.2011 17:22

Ich hätte auch gerne eine von diesen rosa Brillen.

Apotheker 54 sagt:
20.10.2011 16:32

... das stimmt, rein theoretisch, wenn der Apotheker oder das Rechenzentrum dass die Zahlung beim Hersteller einfordert den Klageweg nicht beschreiten will. Aber seien wir mal ehrlich wie oft ist das schon und in welcher Höhe passiert?
Die Hersteller wären ja schön blöd sich den Unwillen ihrer direkten Vertragspartner zuzuziehen. Gute Vertragskonditionen zu Apotheken gelten unter den Herstellern immer noch als Garant für einen guten Absatz.

Apotheker55 sagt:
20.10.2011 15:15

wenn die Hersteller nicht zahlen, bleibt der Apotheker auf den Kosten sitzen.

Apotheker 54 sagt:
20.10.2011 14:41

Wenn ich die Beiträge lese, finde ich es unfaßbar wie wenig oder gar nichts die Kommentierenden von der Thematik verstanden haben.
Da werden einfach nur Schlagwörter gelesen und schon verfällt der "gemeine" Apotheker wieder in sein Jargon des "die Krankenkassen und Politik" ist an allem Schuld" .Es wäre sehr hilfreich wenn sich alle mal mit der Theamtik auseinandersetzen würden. So wäre schnell klar, dass die Krankenkassen nicht die Apotheken belasten, sondern die Hersteller und das auch nicht die Apotheke zahlt, sondern das Geld als durchlaufender Posten über die Rechenzentren an die Pharmahersteller weitergegeben wird und sie ihr Geld von dort zurückhalten.
Aber wenn das so dargestellt werden würde, hätte man ja nichts zu schimpfen.
Wie viel mehr...

Winfried Meyer sagt:
20.10.2011 12:30

@ Apotheker55 20.10.2011 11:37
zu "alle meine Kommentare im Google erscheinen"

Auch hiesige DAZ.online-Plattform ist Bestandteil des gläsernen Virtuellen-Raums ! Und dieser Raum ist das Rekrutierungsbecken in der Vorstufenphase zu ernstzunehmenden (insbesondere personellen) Alternativen, die mit eigenem verifizierbarem Klarnamen ÖFFENTLICHKEITSwirksam bürgen, also MUT zeigen als UNTERNEHMER (auch gegenüber ihren Vorort-Kunden), eben nicht nur mittels Patientenunterschriftslisten die eigene "Einkommensquelle" vereinsmeierisch-namenlos womöglich instrumentalisieren ohne es eigentlich zu wollen (Bewußtseins-Schärfung !), sondern sie (die vorgeblichen Alternativen) müssen halt genauso, wie es im REAL-Life die derzeit mehr...

Apotheker55 sagt:
20.10.2011 11:37

Sehr geehrter Herr Meyer,
ich habe keine Angst meinen Namen innerhalb eines geschlossenen Forums zu nennen. Ich will aber nicht, dass alle meine Kommentare im Google erscheinen. Das ist passiert, als ich hier noch meine Meinung mit meinem Namen veröffentlicht habe.
Mit freundlichen Grüßen

Winfried Meyer sagt:
20.10.2011 11:09

Sehr geehrter Herr Larisch 07:47 h ,
sehr geehrter Herr Frensemeyer 09:08 h ,
@ Apotheker55 (unverständlicherweiser anonym) ,

Eine Art Begründung für die angeblich bereits "finale" Strangulierung der 17.000 (?) Pharmazeuten e.K.s mit 21.500 Betriebsstätten sehen sehrwohl auch Bundes-SPD-Vorstandskreise durch die volkswirtschaftliche Brille einer zwangsbeitragsverpflichteten Solidargemeinschaft darin, daß die APOTHEKERLICHEN Heilberufler-e.K.s (Freie-Unternehmer) die einzigen(?) FACHeinzelhändler sind, die in ihrem Tun "FREI" sind von den Mühen innerhalb einer Höchstpreisverordnung, die die Mehrzahl der Apothekerkollegen bisher ablehnt; zumal lt. DAV-Credo der Deutschen-Apothekerschaft nicht zuzumuten sei (warum nicht ???) im mehr...

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