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Wirtschaft

TK sieht sich bei Verwaltungskosten besser als die private Konkurrenz. (Foto: TK)
Private Krankenversicherung
Klusen: PKV kein Modell für die Zukunft
Berlin - Bei den Verwaltungskosten schneiden die gesetzlichen Krankenkassen laut Techniker Krankenkasse (TK) deutlich besser ab als die Privaten Krankenkassen (PKV). Außerdem hatte die TK im Jahr 2010 einen fast viermal so großen Zuwachs an Versicherten als die Gesamtheit der privaten Krankenvollversicherungen. Daher kommt die TK zu folgendem Schluss: Die private Krankenvollversicherung sei in ihrer bestehenden Form kein Modell der Zukunft, so TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Norbert Klusen.
Laut der TK sind die gesetzlichen Kassen bei den Verwaltungskosten gut aufgestellt: 391 Euro sollen die Assekuranzen im Jahr 2010 statistisch gesehen für die Verwaltung eines Krankenvollversicherten ausgegeben haben. Demgegenüber betrugen nach TK-Angaben die Pro-Kopf-Ausgaben für Administration in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) nur 136 Euro – lediglich 104 Euro bei der TK. Damit liegt die TK rund 24 Prozent unter dem Durchschnitt aller Kassen.
„Der Verwaltungskostenanteil am Gesamtaufwand lag im vergangenen Jahr bei 5,3 Prozent. Das heißt: Von einem Euro, den wir ausgeben, fließen 5,3 Cent in die Verwaltung", erklärte Thomas Thierhoff, Bereichsleiter für Finanzen bei der TK. „Wir haben in der Vergangenheit kontinuierlich unsere administrativen Abläufe gestrafft und damit erhebliche Produktivitätszuwächse erzielt. Diese Investitionen zahlen sich heute in einer niedrigen Verwaltungskostenquote aus."
Laut Rechenschaftsbericht des PKV-Verbandes wendeten die knapp 50 Unternehmen im Jahr 2010 rund 2,7 Milliarden Euro allein für sogenannte Abschlussaufwendungen auf. Bis zu 18 Monatsprämien werden laut TK-Vorstandsvorsitzendem Dr. Norbert Klusen in der Branche als Provision für Neuabschlüsse an Vermittler gezahlt. Neben diesen 2,7 Milliarden Euro für Abschlusskosten gaben die Mitgliedsunternehmen des PKV-Verbandes weitere 800 Millionen Euro für die sonstige Verwaltung aus, so der Rechenschaftsbericht 2010. Letztendlich wenden die privaten Krankenversicherungen 10,5 Prozent ihrer Gesamtbeitragseinnahmen für die Verwaltung sowie den Abschluss von Versicherungsverträgen auf – etwa doppelt so viel wie die gesetzliche Krankenversicherung.
Nach Angaben der TK zählt das PKV-System Ende 2010 nur knapp 85.000 Menschen mehr, die sich für eine Krankenvollversicherung entschieden haben – im Vergleich dazu verzeichnet die TK für das gleiche Jahr einen Anstieg um 339.000 TK-Versicherte. Auch wegen der starken Ausgabensteigerungen, die die private Krankenvollversicherung in den vergangenen Jahren zu verzeichnen hatte, hält Klusen diese für ein Nischensystem: „Die private Krankenvollversicherung ist daher in der bestehenden Form kein Modell für die Zukunft“, so Klusen.
Juliane Ziegler / 11.10.2011, 12:17 Uhr
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Michael sagt:
29.01.2012 01:02PKV-Verwaltungskosten 2012: ca. 3,5 % (natürlich ist der Ansatz abhängig vom Versicherer).
Abschlusskosten (mittelbare und unmittelbare) sind davon separat aufzuführende Positionen / Kostenarten. Die darf man nicht zusammenfassen - weder in Presseartikeln, noch in Bilanzen, noch in Vergleichen mit der GKV. Alles andere wäre unseriös. Für GKVen fallen systemgemäß nicht so hohe Provisionen an. Was die Verwaltung angeht, arbeiten PKVen danach zumindest auf dem Papier also effizienter.
Fakt ist: Die Beiträge zur privaten Krankenversicherung steigen so drastisch, weil die Ärzte (und alle anderen Rechnungs-Schreiber) nur noch an privat Versicherten Geld verdienen können. Die PKV finanziert das gesamte Gesundheitssystem. Bei privat Versicherten holen sich die Ärzte das mehr...
cw sagt:
14.10.2011 17:06Äpfel und Birnen.
Es ist doch schon seltsam, dass solche Rechenkunsstücke überhaupt in der Presse abgedruckt werden. Die PKV hat nur 85000 Personen gewonnen im Gleichen Zeitraum hat die TK 339000 Versicherte hinzugewonnen. Was für ein Beweis. Nur wo waren die 339000 vorher hat die TK die geklont? Nein die waren woanders in der GKV (z.B. City-BKK) versichert. Dagegen sind der PKV 85000 Personen Netto hinzugekommen (also vorher nicht PKV versichert). Was beweist nu8n das Argument von Herrn Klusen?
Jojo sagt:
12.10.2011 18:47Für neue Mitglieder zahlt die TK ca 70-80€ Prämie und wird auch teilweise von PKV-Vermittlern vertrieben.
Was Dr. Klusen hier gar nich erwähnt, sind die Subventionen die die GKV vom Staat erhält. In 2009 ca 8 Mrd €.
Martina Michels-Simon sagt:
12.10.2011 08:27Man MUSS die Aquisitionsprämien zu den Verwaltungskosten dazuzählen. Was sollte das denn sonst sein? Selbst die PKV zählt das zu den "Aufwendungen für den Versicherungsbetrieb". Da lehnt sich wohl eher Dr. Post etwas zu weit aus dem Fenster.
Dr. Peter Post sagt:
11.10.2011 22:43Sososo, also ohne Aquisitionsprämien betrugen die Verwaltungskosten der PKV 2,4%. Das ist weniger als die Hälfte der Verwaltungsausgaben der Öff-Rechtlichen, die ja hoffentlich keine Aquisitionsprämien zahlen, wenn sie nicht wegen Korruption ihre schönen Verwaltungssitze mit dem Knast tauschen wollen. Staatsanwaltschaft aufgepasst: Herr Klusen lehnt sich etwas weit aus dem Fenster.