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Wirtschaft

(Foto: Stada)
Abschreibungen im Serbiengeschäft
Kurssturz bei Stada-Aktie
Bad Vilbel - Der Vorstand der Stada AG beschloss auf einer außerordentlichen Vorstandssitzung am Mittwoch außerplanmäßige Abschreibungen von etwa 97 Millionen Euro vor Steuern. Der Vorstand sei zu der Einschätzung gekommen, dass offene Forderungen der serbischen Tochtergesellschaft Hemofarm gegenüber verschiedenen serbischen Pharmagroßhandlungen „voraussichtlich im signifikanten Umfang nicht werthaltig“ sind, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens.
Trotz der Probleme in Serbien hält das Unternehmen an seinen für 2014 anvisierten Wachstumszielen fest. Der Börsenkurs der Aktie sank jedoch am Tag der Ankündigung der Abschreibung um fast 20 Prozent und fiel am nächsten Tag nochmals um etwa 10 Prozent. Die Abschreibung wird den Ertrag nach Steuern voraussichtlich um etwa 85 Millionen Euro belasten. Als Hintergrund für die Probleme in Serbien verweist das Unternehmen auf zunehmende Liquiditätsengpässe des staatlichen serbischen Gesundheitsfonds und verschiedener serbischer Pharmagroßhändler. Neben den Forderungen gegenüber diesen Großhändlern schreibt die Stada auch die bestehenden Minderheitsbeteiligungen der Hemofarm an zwei serbischen Großhändlern auf jeweils einen Euro ab. Daraus würden außerplanmäßige Abschreibungen von etwa 3,8 Millionen Euro resultieren. Hemofarm und Stada würden mit den lokalen Marktbeteiligten und dem serbischen Staat über tragbare Lösungen verhandeln. Das operative Geschäft in Serbien betrachtet die Stada weiterhin als stabil, es biete weitere Wachstumschancen.
Bereinigt um die außerplanmäßigen Abschreibungen geht der Stada-Vorstand gemäß seiner Presseerklärung vom Mittwoch weiterhin von einem Wachstum des EBITDA für 2011 im hohen einstelligen Prozentbereich aus. Auch die Langfristprognose für 2014 wird beibehalten. Dann werden ein Konzernumsatz von etwa 2,15 Milliarden Euro, ein EBITDA von etwa 430 Millionen Euro und ein Konzerngewinn von 215 Millionen Euro angestrebt. Allerdings reagierten Analysten weitgehend negativ auf die angekündigten außerplanmäßigen Abschreibungen. Ein Equinet-Analyst kritisierte, dass dies bereits die zweite Abschreibung von Forderungen gegen serbische Großhändler sei.
Dr. Thomas Müller-Bohn / 22.09.2011, 16:06 Uhr
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