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Gehe und Phoenix sich gezwungen, die Konditionen zu kürzen und einen „Ausgleich“ von den Apothekern zu verlangen. (Foto: Gehe)

Gehe und Phoenix sich gezwungen, die Konditionen zu kürzen und einen „Ausgleich“ von den Apothekern zu verlangen. (Foto: Gehe)

Pharmagroßhandel

AMNOG-Folgen: Gehe und Phoenix verlangen „Ausgleich“ von Apotheken

Stuttgart - Das AMNOG, ein steigender Direktbezug der Apotheken und schlechtere Einkaufskonditionen belasten die Pharmagroßhändler. Gehe und Phoenix sehen sich daher gezwungen, die Konditionen zu kürzen und einen „Ausgleich“ von den Apothekern zu verlangen: 0,5 bis zu 0,8 Prozent holen sich die Großhändler zurück.

Wie die Gehe im Schreiben an ihre Kunden ausführt, intensivieren die staatlichen Regulierungsmaßnahmen den Wettbewerb in der gesamten Branche und dämpfen gleichzeitig das Wachstum im deutschen Arzneimittelmarkt stark. „Der Umsatz des Pharmagroßhandels entwickelt sich bereits unterproportional zum Wachstum des Arzneimittelmarkts“, heißt es bei Gehe. Als Gründe nennt der zu Celesio gehörige Großhändler die ansteigenden Direktbelieferungen durch die Hersteller und „erhebliche“ Verschlechterungen der Einkaufskonditionen. Man sehe keine Möglichkeit, die aus dem AMNOG und dem GKV-Änderungsgesetz resultierenden Ertragseinbußen zu kompensieren.

Man erwirtschafte nicht mehr die benötigte Rendite, um Handels- und Vorfinanzierungsfunktion bei der Arzneimittelversorgung nachzukommen. Aus einer Umsatzrendite von nur 0,72 Prozent (dieser Wert bezieht sich allerdings auf die Gesamtbranche im Jahr 2009) ließen sich die geforderten Sparmaßnahmen nicht aus dem verbleibenden Gewinn umsetzen, heißt es bei Gehe weiter. Außerdem habe man trotz interner Optimierungsmaßnahmen den Großhandelsabschlag von 0,85 Prozent nicht kompensieren können.

„Zum 1. September 2011 werden wir daher auf den um Gutschriften bereinigten Umsatz einen AMNOG/GKVAg-Ausgleich in Höhe von 0,50 Prozent einführen“, lässt Gehe seine Kunden wissen.

Damit nicht genug. Gehe geht auch an die Skonti und stellt für die Zahlungsbedingungen neue Regeln auf. Termingerechte Zahlungen sollen stärker belohnt werden. Für Halbmonatszahler stehen 1,05 Prozent zur Verfügung. Wer bis zum 7. des Folgemonats zahlt, kann noch mit 0,75 Prozent rechnen (bis zum 14. mit 0,5 Prozent und bis zum 21. mit 0,25 Prozent).

Von seiten der Anzag wollte man sich derzeit nicht zu Konditionen äußern, so die Sprachregelung dieses Großhändlers.
Bei der Sanacorp gibt es derzeit ebenfalls noch keinen Beschluss, so ein Sprecher gegenüber DAZ.online, aber man stelle Überlegungen an, welche Maßnahmen man ergreifen könne. Es sei kein Geheimnis, dass man sich in einer ertragsmäßig angespannten Lage befinde: „Wir haben keine rosigen Zeiten“.
Bei der Noweda sind derzeit keine Anpassungen der Konditionen vorgesehen. 

Peter Ditzel / 31.08.2011, 10:32 Uhr

Kommentare:

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Nachdenklicher Heilberufler sagt:
01.09.2011 13:10

Wer träumt, dass der DAV tatsächlich noch irgendetwas so erfolgreich verhandelt, dass die Mitglieder davon einen spürbaren Eurovorteil haben, sollte mal über das Aufwachen nachdenken (!). Z. Zt. werden zwar Beiträge erhöht, dass Leistungspaket aber eher zusammengestrichen. Zum Glück gibt es Kooperationen, die leistungsorientiert arbeiten und nicht großhandelsabhängig sind. Denn die antiquierten Berufsorganisationen legen die Hände in den Schoß und die Großhandlungen müssen, zu Recht, ihren eigenen Vorteil als vorteilhafter bewerten, als den der Apotheken. Eine großhandelsabhängige Kooperation ist daher immer der Gipfel der Hilflosigkeit(!). Aber immerhin man macht eben etwas, einfach nur um auch was zu machen, weil alle was machen,... Ist das dann zukunftsorientiertes Denken?

Marco L. sagt:
01.09.2011 11:46

Dann sollten alle Kollegen wach werden und als Konsequenz solche GH in die Wüste schicken. Das hätte nach den Celesio-Aktivitäten der letzten Jahre eh viel zahlreicher erfolgen müssen. Sucht euch einen GH , der wirklich Partner ist und nicht versucht uns "abzuschaffen".Alternativen gibt´s ja.
Schauen wir mal, was noch so alles kommt!

Gunnar Müller /Detmold sagt:
01.09.2011 11:16

Wer keine Kraft zum Träumen hat,
hat auch keine Kraft zum Kämpfen !

Pack mer's an !!


doris sagt:
31.08.2011 18:38

ich hab auch einen Traum.
Da erzählte doch der ehemalige Gesundheitsminister Rösler die Geschichte vom Frosch, der sofort aus dem Wasser springt, wenn man ihn in kochendes Wasser wirft.
Leider bleibt er aber drin sitzen, wenn man ihn in kaltes Wasser wirft und das Wasser langsam erhitzt.
Und da träume ich, ich wär so ein Frosch, der ganz schnell aus dem viel zu heißen Wasser springt.
Wenn ich dann aufwache, weiß ich aber leider wieder sofort, ich bin der Frosch, der langsam gargekocht wird.
Aber schön ists doch, wenn man noch Träume hat.......

K. Kemmritz sagt:
31.08.2011 17:19

Wenn zwei und zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe! Und bei den Rabatten erst recht nicht.

Manchmal, wenn ich abends den Strafkatalog der AOK gelesen habe, träume ich auch, dass durch einen Fehler(?) im EDV-System der Krankenkassen die Sonder-PZNs mit einer Beratungsvergütung verknüpft werden, die mit der Häufigkeit der Benutzung sogar noch ansteigt! (So von 100 Cent auf 200 oder noch viel mehr ...)

Und einen Tag später träume ich dann meistens, dass ich morgens aufwache und denke: "Heute wird in der Apotheke mal wieder Pharmazie gemacht!" Tja, und dann wache ich wirklich auf ...

Apotheker55 sagt:
31.08.2011 17:04

ich habe auch einen Traum: die Krankenkassen kriegen (wie Apotheken) gar keinen Rabatt.
Hat nicht soeben ein Gericht entschieden, dass JEDER BARRABATT unzulässig ist? Das muss doch auch für die Krankenkassen gelten.

K. Kemmritz sagt:
31.08.2011 16:52

Ich habe einen Traum: Vom DAV hört man deshalb noch nichts, weil gerade ganz heiß verhandelt wird. Krankenkassen, die die Halbmonatszahlung wählen, erhalten weiterhin 2,05 Euro Zwangsrabatt. Krankenkassen, die die Zahlung zum 5. des Folgemonats wählen, erhalten 1,95 Euro Zwangsrabatt, Krankenkassen, die am 10. des Folgemonats zahlen ...

Ok, ich werde meine Schlafstörungen therapieren lassen ;-)

Apotheker55 sagt:
31.08.2011 16:12

Es wäre ehrlicher, die Großhandlungen würden keine Abschläge verlangen, die nur verwirren und das tatsächliche Angebot verschleiern und unüberprüfbar machen. Einfach neue Konditionen ohne "ausgleichszahlungen"!
Es ist für uns Apotheker wie beim Monopoly. Man kommt zwar über LOS (gerade noch) und darf dann auf dem nächten Feld Einkommenssteuer die eben erhaltenen 4000 Euro gleich wieder abdrücken....
Oder wie bei Hase und Igel. Immer wenn der (Apotheken) Hase vermeintlich zum Igel kommt, steht einer da und hält die Hand auf.....

Peter K. sagt:
31.08.2011 16:05

Und nächstes Jahr geht es dann erst so richtig rund! Von den maximal 6 Prozent auf Rx. werden vielleicht noch 3 Prozent übrig bleiben.
Wer da noch Paracetamol für 99 Cent verkauft hat die Zeichen der Zeit nicht erkannt.
Ich prognostiziere für das Jahr 2020 nur noch maximal 10000 Apotheken in Deutschland, eher weniger.

Apotheker55 sagt:
31.08.2011 15:42

Phoenix verlangt doch schon 1,67% und nun noch mehr? Es ist wie bei den Banken. Das Geld wird verplempert und schon werden andere zur Kasse gebeten. Die Banken wollen ja auch schon wieder Geld vom Steuerzahler. Im Gesundheitswesen sind es immer nur die Apotheker, die zahlen sollen und die sich nicht wehren können.
Die Großhandlungen sollen ihr Geld halt nicht an Aktionäre ausschütten, dann dürfte genug da sein. Der pure Irrsinn ist das so langsam. Jeder hackt auf uns rum. Apotheker Bashing ist modern!
Für mich ist dann mit den neuen Konditionen ein anderer GH Erstlieferant.

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