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BAI fordert Stopp der IMS Studie. (Foto: Bilderbox)

BAI fordert Stopp der IMS Studie. (Foto: Bilderbox)

Arzneimittel-Importeure

BAI: IMS-Health Studie zu Importarzneien einstellen

Berlin - Der Bundesverband der Arzneimittel-Importeure e. V. (BAI) fordert den Stopp der mithilfe von Apotheken durchgeführten Import-Studie des Marktforschungsunternehmens IMS Health. Er bezweifelt, dass die Studie, die vergangene Woche für Schlagzeilen sorgte, tatsächlich von Motiven wie der Arzneimittelsicherheit getragen ist. Der BAI beruft sich dabei auf „Originalunterlagen“ von IMS, die zeigten, dass es eigentlich darum gehe, Importarzneimittel als unliebsame Konkurrenz im EU-Markt zu behindern.

Das deutsche Marktforschungsunternehmen IMS Health hat bestätigt, dass es derzeit mit Apotheken eine Studie durchführt, über die noch bis Juni 2012 detaillierte Informationen zur Abgabe bestimmter Importarzneimittel abgefragt werden. Bei dieser Erhebung sollen Apotheken insbesondere Angaben zu den Herkunftsländern der Medikamente machen, jede einzelne Packung unter Einschluss der Chargennummern sowie des Namens und der Adresse des jeweiligen Importeurs fotografieren, auf einen Speicherstick laden und diesen samt schriftlicher Dokumentation monatlich an IMS zurücksenden. Das Unternehmen zahlt jeder teilnehmenden Apotheke „Honorare“, deren Höhe sich nach der Anzahl der  abgegebenen und dokumentierten Packungen der jeweiligen Arzneimittel bemisst. 

IMS betonte, dass die Studie feststellen solle, welche Warenmenge ein Land zur ausreichenden Versorgung der Bevölkerung benötige. Es gehe um Produktionsplanung und die Aufrechterhaltung einer störungsfreien Arzneimittelversorgung. Zudem seien die beauftragenden Pharmaunternehmen an der Aufdeckung von Arzneimittelfälschungen interessiert. 

Aus Sicht des BAI liegt die tatsächliche Zielsetzung dieser „Markterhebung“ allerdings woanders. So habe IMS bereits 2010 unter der Überschrift „Neue Geschäftsmodelle für die Pharmaindustrie“ und dem Untertitel „effektive & effiziente Pharmadistribution“ eine an die Pharmakonzerne gerichtete „Studie“ präsentiert. Hierin habe man den Originalherstellern erklärt, „dass signifikante Marktanteile mit Binnenumsätzen der deutschen Tochtergesellschaften global agierender Pharmaunternehmen lokal verloren gehen.“  Oder: „… dass  pharmazeutische  Unternehmen  den  Warenfluss  steuern  wollen, u.a. für die Parallelimport Abwehr“

Im März 2011 habe IMS sein „Angebot“ wiederholt und nachgelegt. Unter der Überschrift „Parallelimporte: Ein Ausblick“ finden sich laut BAI u.a. folgende Aussagen: 

- „… dass den deutschen Tochtergesellschaften global agierender Pharmaunternehmen weiterhin signifikante Marktanteile verloren gehen.“ 

- „So lassen sich von Seiten des Konzerns entsprechende unternehmenspolitische Maßnahmen ableiten, die eine geringere Zufuhr von Waren in dieses Land vorsehen.“ 

In dem derzeit von IMS an die teilnehmenden Apotheken versandten „Leitfaden zur Durchführung der Fotodokumentation – Parallelimporte“ heiße es zudem: „Wir sind im Wesentlichen daran interessiert, für die im Erfassungsbogen aufgeführten Präparate pro Land die Anzahl der Packungen zu erheben und per Foto zu dokumentieren“.

Der BAI-Vorstandsvorsitzende, Andreas Mohringer, meint, in diesen Aussagen eine ganz andere Zielsetzung der IMS-Studie zu erkennen: Nämlich „den freien EU-Warenverkehr und Wettbewerb zu Lasten der deutschen Anbieter preisgünstigerer Importarzneimittel zu  behindern“. Dies möge den kommerziellen Interessen der multinationalen Pharmakonzerne und auch von IMS entsprechen, richte sich aber gegen die der Allgemeinheit. Denn, so Mohringer weiter, eine Behinderung der Importe führe zu höheren Kosten für die Patienten und das Gesundheitssystem. „Diese  Markterhebung  muss  deshalb  sofort eingestellt werden“, so der BAI-Vorsitzende.

 

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IMS Health: Keine Spionage

 

Kirsten Sucker-Sket / 29.08.2011, 10:58 Uhr

Kommentare:

Eminenz sagt:
29.08.2011 21:48

Was ist der Herr Mohringer nur für ein Jammerlappen, er sollte das sportlich sehen. Um die Arbitragegeschäfte zu machen, muss er sich im Wettbewerb mehr anstrengen. Das es solche Studien auch von IH und Kantar Health gibt hat er auch noch übersehen. Seit über 7 Jahren gibt es solche Marktforschungsstudien und seit dieser Zeit ist der Importmarkt stark gewachsen. würden die Importeure nicht auch den Herstellerrabatt zahlen, dann knallten jeden Tag die Champagnerkorken.

Winfried Meyer sagt:
29.08.2011 15:58

@ apotheker 29.08.2011 13:40

Pauschal-Vorverurteilungen, Rundumschläge, Sippenhaft, Stimmungsmache ...
irgendwie bekannt im TENOR, trifft immer nur auf "die Anderen" zu ?
(vgl. AOK:Dokumente-Fälschung-Aufreger)

...oder...
"Hinter der ethischen Nebelwand, die wir zu erzeugen haben, macht der Berufsstand doch, was er will."
(Quelle: Johannes Pieck, Sprecher der Geschäftsführung der Bundesvereinigung deutscher Apothekerverbände (ABDA) am 3.1.2001 in der Rheinischen Post)
www.dsa.ag

Grüße aus Saarbrückens
www.apointernetclub.blogspot.com

apotheker sagt:
29.08.2011 13:40

vielleicht sollten die Reimporteuren auch mal daran denken, wer die "ethische" Verantwortung traegt, wenn dadurch Engpaesse bestimmter wichtigen Medikamenten entstehen, in den entsprechenden Laendern. Aber das ist zuviel verlangt, wenn es darum geht Gewinnmaximierung um jeden Preis zu erzielen!

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