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Apotheker Mahr, Berlin, zu -Rabattarzneimitteln: „Ich hätte mir gewünscht, dass die AOK mich darüber informiert."
(Foto: DAZ)

Apotheker Mahr, Berlin, zu -Rabattarzneimitteln: „Ich hätte mir gewünscht, dass die AOK mich darüber informiert." (Foto: DAZ)

DAZ.TV zu Metoprolol-Rezepten

Apotheker Mahr: Hätte mir gewünscht, AOK hätte Apotheker informiert

Berlin - Zehn bis 15 Patienten sind seit dem 1. Juni dieses Jahres in die Berliner Leibniz-Apotheke gekommen, um ihre Metoprolol-Rezepte des Herstellers Betapharm einzulösen. Doch auch Apotheker Christian Mahr konnte wie viele seiner Kollegen das verordnete Arzneimittel aus dem neuen AOK-Rabattvertrag nicht aushändigen.

DAZ.TV zu Metoprolol-Rezepten

Auch Apotheker Mahr hat nach Wegen gesucht, seine Kunden zu versorgen: „Unser Ziel ist, dass der Patient das gleiche Medikament bekommt, das er immer erhalten hat“, sagt Mahr im DAZ.TV-Interview: „Deshalb versuchen wir, mit dem Patienten und Arzt zu klären, dass er über den Aut-idem-Ausschluss die Firma bekommt, die er immer hat.“

War dies nicht möglich, habe er das Rezept mit der Sonder-PZN für nicht lieferfähige Arzneimittel bedruckt und ein entsprechend anderes Arzneimittel abgegeben. Die Verantwortung für die Probleme mit den Metoprolol-Rezepten sieht Apotheker Mahr bei der AOK. Deshalb finde er die Drohung der AOK mit Staatsanwälten und Strafzahlungen „sehr unglücklich“. Die AOK habe einen Rabattvertrag mit einem Unternehmen geschlossen, das nicht liefern könne: „Ich hätte mir gewünscht, dass die AOK mich darüber informiert und eventuell kurzfristig einen anderen Rabattpartner sucht, und das nicht auf unserem Rücken austrägt.“

Lothar Klein / 26.08.2011, 09:34 Uhr

Kommentare:

Martin Heimen sagt:
29.08.2011 14:49

Rabattverträge gehören in den Mülleimer, ohne wenn und aber. Wir dürfen keinen Rabatt für RX-AM an Patienten geben. Einkaufsrabatte sind verboten, aber die Kankenkassen dürfen über unsere Abrechnungskonten Rabatte einstreichen und zusätzlich die hohen Vergütungen (immer noch nicht offengelegt)von den Herstellern kassieren. Waren diese Gelder nicht dafür gedacht die Kassenbeiträge zu senken ?? Dafür werden bald viele Kassen Zuatzbeiträge erheben!! Wann gibt es endlich klare Gegenüberstellungen über die zusätzliche unbezahlte Arbeitsleistung und den Einnahmender Kassen?
Es gibt sicherlich einfache praktikablere Modelle Kosten zu sparen.Hier muß der Gesetzgeber zwingend handeln. Wir Apotheker dürfen uns schon lange nicht mehr alles gefallen lassen. Die Macht der Kassen ist mehr...

apotheker sagt:
29.08.2011 13:57

warum arbeiten die Krankenkassen nicht mit Festbetraegen? Warum sollen wir immer und immer mehr nur Verwaltungsarbeiten leisten? Wann wird endlich mal die Apothekerschaft aufwachen? Wie lange noch, liebe Kollegen, wollen Sie all dies mitmachen?

iPille sagt:
29.08.2011 12:50

Es gibt sicherlich viele Gründe, warum die Bedruckung eines Rezeptes fehlerhaft sein kann, aber bes. bei der Belieferung mit Rabatt-AM fiel mir immer wieder ein Grund ins Auge:

Am HV wird das korrekte Rabatt-AM herausgesucht und das Rezept damit bedruckt. Viele Kollegen prüfen an dieser Stelle (vor der Bedruckung) aber nicht die Lieferfähigkeit ab. Wird dann (notgedrungen!!) doch ein anderes AM beliefert, wird das Rezept - aus welchen Gründen auch immer - nicht umgedruckt. Dieses Korrekturdrucken ist echt ärgerlich und sehr aufwändig, besonders bei mehreren Positionen und nun ggf. auch noch mit einer Sonder-PZN für Nichtlieferbarkeit.

Keine Frage, da müssen wir dran arbeiten, aber als bes. hilfreich kann ich das Gebaren unserer Marktpartner (?) nicht bezeichnen - um es mal milde zu mehr...

f. meyer sagt:
27.08.2011 16:48

Was hat ein nicht existierendes Arzneimittel in der Lauertaxe zu suchen??? Gibt es nicht einen Paragrafen: Vortäuschen einer nicht vorhandenen Tatsache??? Wer kennt sich vielleicht damit aus?
Müssen wir uns alles gefallen lassen?

Spitzweg sagt:
27.08.2011 00:01

einfach an die vorgegebenen Regelungen halten oder?
Dass die AOK einfach nicht zahlen will, könnte man aus deren Sicht verstehen. Hätten wir doch alle gerne: Leistung wahrgenommen und nix zahlen. Vielleicht steckt System dahinter?
Hony soit qui mal y pense

Reinhard Rodiger sagt:
26.08.2011 18:27

Super! Diesen Spot in alle Medien- zur Not bezahlt.
Alle,die sich aufregen, sollten tätig werden.Es ist
schon seltsam,dass die AOK von dem Verursacher
nichts fordert.Das riecht nach Absprache.Deshalb
hat sich die AOK bewusst sittenwidrig verhalten.
Rein rechtlich sollte es doch Gleichbehandlung geben.
Oder einfach durchgehen lassen?


orhon sagt:
26.08.2011 18:26

Die Angst der Menschen die unverständliche Gesetzgebung,verringertes Einkommen der Kollegen trotz Entlassungen und kein Gefühl mehr zu haben als beratender Pharmazeut mehr existieren zu können verursacht das Ganze.Sind in anderen Berufsbranchen auch solche sinnlose Gesetzgebungen da oder sind wir auf dem besten Wege 1.Managerreich zu werden?

shorafix sagt:
26.08.2011 17:17

Leider gibt es immer noch zahlreiche schwarze Schafe im Berufsstand, die den Kunden auf Kosten anderer Kollegen ein "Wunschkonzert" bieten: Der Kunde erhält "sein" gewohntes Präparat und der Kollege rechnet den Rabattartikel betrügerisch auf dem Rezept ab. Möglicherweise hat der Stammkunde schon lange Zeit zuvor immer ein bestimmtes Produkt erhalten, welches der Kollege bevorzugt eingekauft hat? Leider ein Fall aus der Praxis (Rückabwicklung des Apothekenkaufs erzwungen). Der Apothekerkammer (bzw. Justitiar) war das Gebaren des Kollegen übrigens egal: der ist kein Kammermitglied mehr hier bei uns - da können wir nichts tun. Der war aber bald nach der Rückabwicklung wieder Kammermitglied und alles war anscheinend vergessen.

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