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Die AOK hat Apothekern wegen falsch gekennzeichneter Metoprolol-Rezepte die Einschaltung der Staatsanwaltschaft angedroht. (Foto: AOK-Mediendienst)

Die AOK hat Apothekern wegen falsch gekennzeichneter Metoprolol-Rezepte die Einschaltung der Staatsanwaltschaft angedroht. (Foto: AOK-Mediendienst)

Metoprolol-Rezepte

Noch keine AOK-Anzeigen gegen Apotheker

Berlin - Am vergangenen Freitag schreckte der AOK-Bundesverband die Apotheker auf: Wegen angeblich bundesweit massenhafter falscher Metoprolol-Rezepte sollte die Staatsanwaltschaft eingeschaltet werden. Heute gab sich der AOK-Bundesverband auf Nachfrage wortkarg. Bisher sei die Staatsanwaltschaft Stuttgart vom AOK-Landesverband Baden-Württemberg eingeschaltet worden, versicherte der Sprecher des AOK-Bundesverbandes Udo Barske auf DAZ.online-Anfrage.

Doch merkwürdig: Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft weiß nichts von einer Anzeige. „Wir lesen zwar auch Zeitung“, sagte die Sprecherin Sabine Mayländer zu DAZ.online, „aber eine Anzeige liegt uns nicht vor.“ Der AOK-Landesverband Baden-Württemberg verweigerte eine Auskunft dazu und verwies lediglich auf die Zuständigkeit seiner Bundeszentrale. 

Auch andere AOK-Landesverbände behandeln den Vorgang offensichtlich zurückhaltend: „Das Wort Staatsanwaltschaft hat bei uns noch keiner in den Mund genommen“, sagte Hannelore Strobel, Sprecherin von AOK-Plus (Sachsen/Thüringen) zu DAZ.online. Außerdem lägen die Detailunterlagen noch nicht vor. Es seien aber offenbar nur wenige Apotheken in Sachsen und Thüringen betroffen.

Auch im Saarland will der AOK-Verband erst einmal prüfen, was tatsächlich in den Apotheken des Landes abgelaufen ist. „In jedem Betrieb, in dem Menschen arbeiten, passieren ohne Vorsatz Fehler“, sagte der Chef des Landesverbandes, Karlheinz Delarber, zu DAZ.online. Jetzt würden die Unterlagen geprüft. Nach erster Einschätzung gibt es aber auch im Saarland keine schwerwiegenden Fälle, die die Einschaltung der Staatsanwaltschaft erfordern.

Das gleiche Bild zeigt sich in Niedersachsen: „Aktuell ist die AOK Niedersachsen in dieser Sache noch nicht an die Staatsanwaltschaft herangetreten, da die interne Datenanalyse noch nicht abgeschlossen ist“, antwortete Oliver Giebel vom AOK-Landesverband Niedersachsen.

 

Lothar Klein / 22.08.2011, 16:40 Uhr

Kommentare:

12  nächste 
howy sagt:
24.08.2011 12:49

glauben wir eigentlich alle noch, dass es um die Sache geht?
Die Sozialversicherungssysteme sind am Ende (Rente und Krankenversicherung! Da muss alles umgekrempelt werden und es werden immer mehr Individual-Leistungserbringer verschwinden (egal ob jetzt Apotheker oder Ärzte oder andere. Mit der Beschäftigung mit diesen hier immer beklagten komplizierten Bürokratie-Monstern werden wir nur abgelenkt, um ja nicht aufzubegehren.
Das Beispiel Unterschriften-Aktion bei Versandhandel-Zulassung in Bezug zu der überbordenden Situation bei gefälschten Arzneimitteln bestätigt meine oben getätigte Aussage, dass "das SYSTEM" kein Interesse an der Arzneimittelsicherheit (siehe kranke Kassen bei Beta-pharm Unfähigkeit) oder gar am einzelnen Versicherten hat.

Andora sagt:
24.08.2011 08:55

@ M.R.
Auch damals waren es mehrer Millionen (afaik 7-8 Mio) Unterschriften. Auch ich würde wieder welche auslegen, keine Frage.
Die Aktion sollte aber anders laufen, zumindest was den Inhalt des Unterschriftentextes betrifft, als die der freien Apothekerschaft derzeit.

Gruß

M.R. sagt:
24.08.2011 08:05

@ Andora; kolleg. Grüsse

Unterscriftensammlung wegen damaligen Vesandhandel kann man nicht vergleichen mit der Unterschitensammlung gegen Rabattvertäge. Damals waren die konsequensen des Vesandhandels noch nicht für jeden klar. Jetzt kennt jeder Kunde, was Rabbatvertäge für ihn bedeuten. Ich bin mir sicher, dass wir mehrere Mio. Unterschriften in kürzester Zeit sammeln werden. Also, bitte nicht vorher sagen, das klapt nicht und dies auch nicht. Man muss es auspropieren. Wir werden sehen.

Winfried Meyer sagt:
23.08.2011 21:12

Liebe Seeberg-Apotheke, Stuttgart-Cannstadt (?),
da Sie der Beschäftigung (Wertung) mit meiner Person ein größeres Gewicht beimessen als dem eigentlichen Thema, frage ich Sie, ob das
USP des Internets (Alleinstellungsmerkmal)= Hyperlink-Technik etwa Böhmische Dörfer sind ???

aus
www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Apothekenpraxis/16372.html

"23. August 2011, 18:37 Uhr
(33)
Community Mitglied
Fakten - Rechtsgrundlage Vertragsstrafe
Worauf die AOK sich bezieht ist simpel. Rahmenvertrag über die Arzneimittelversorgung nach § 129 Absatz 2 SGB V:

§11 Vertragsmaßnahmen, Abs 1:
"Bei Verstößen gegen § 129 Absatz 1 SGB V, gegen die Auskunftspflicht nach § 293 Ab- satz 5 Satz 4 SGB V, gegen diesen mehr...

Kasimir sagt:
23.08.2011 18:25

Lieber Herr Winfried Meyer,

ich kapituliere, ich bin einfach zu dumm, um Ihre Beiträge zu verstehen.
In Amerika hat sich die Sprachkultur in intellektuellen und professoralen Kreisen durchgesetzt, dass man mit ganz einfachen Worten sich jedermann verständlich machen muss. Für die dummen Stammtisch-Apotheker, die hier verkehren, wäre eine einfachere Sprache sehr hilfreich, so dass man auch bei einem stressigen, von Multitasking bestimmten Alltag Ihre Beiträge ganz nebenbei mit dem vollen intellektuellen Tiefgang begreifen darf.

Kritikpunkt 2 bleibt bestehen: Störend sind Mehrfachpostings und wenn die Diskussion durch Ihre intelligenten Beiträge ins Stocken gerät oder gar zum Stoppen kommt. Ich vermute, weil einige der Stammtisch-Apotheker sich ihres begrenztes mehr...

Winfried Meyer sagt:
23.08.2011 16:02

@ Kasimir 23.08.2011 11:10

"[...] Wie die AOKen auf Landesebene Vertragsstrafen durchsetzen können, ist im jeweiligen Arzneimittelliefervertrag geregelt. Je nach Bundesland wird eine Strafe normalerweise entweder im Einvernehmen mit dem LandesAPOTHEKERVERBAND festgelegt, oder die Kasse kann über die Höhe selbst entscheiden. Bislang waren Vertragsstrafen aber die absolute Ausnahme.[...]"
(Quelle : www.apotheke-adhoc.de/Nachrichten/Apothekenpraxis/16369.html )
...und...
"[...] Wenn fehlerhaft dokumentiert wird, muss das korrigiert und klargestellt werden“. Dies sei bereits in Gesprächen zwischen AOK und DAV, aber auch durch Mitteilungen der Apothekerverbände und auch durch den Einsatz der Apothekenrechenzentren längst mehr...

Andora sagt:
23.08.2011 15:12

Auch zur Abwendung des Versandhandels wurden schon Unterschriften gesammelt. Es war meines Wissens nach die größte Sammlung seit Bestehen der BRD. Nur was hat es gebracht? Dafür haben wir jetzt tolle Meldungen vom Zoll, welcher Tonnenweise illegale/gefälschte Arnzeimittel verbrennen lässt.

M.R. sagt:
23.08.2011 13:33

Nehmen Sie Acht vor diesem Strafkatalog. Lieber eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, und wir sammeln Unterschriften gegen Rabbatverträge.

Andora sagt:
23.08.2011 12:09

Jetzt wo der AOK Strafkatalog vorliegt, erklärt sich auch, warum die Staatsanwaltschaft nicht eingeschaltet wurde. Mit einer Klage vor Gericht lässt sich kein Geld verdienen ....

Kasimir sagt:
23.08.2011 11:10

Naja, eigentlich jeder wie er will und ich bin wirklich sehr offen für Querdenker und auch Quertreiber, sofern das Ziel ein gutes ist.
Dennoch ehrlich gesagt, habe ich zu wenig Zeit um mir diese doch oft sehr verquerten Beiträge zu Gemüte zu führen und der Sinn bleibt mir immer wieder verschlossen.
Wirklich störend finde ich wenn ein und daselbe Posting überall hinkopiert wird, also Mehrfachposting und oft ist zu beobachten, dass die Diskussion dann abrupt beendet ist - vermutlich wegen der unauflösbaren Knoten in den Gehirnwindungen. Das ist dann störend.

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