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Auflagen ohne Wirkung: Niederländische Versandapotheken können bislang unbehelligt weiterarbeiten. (Foto: Europa Apotheek)

Auflagen ohne Wirkung: Niederländische Versandapotheken können bislang unbehelligt weiterarbeiten. (Foto: Europa Apotheek)

Versandapotheken

Frist abgelaufen: Europa Apotheek arbeitet wie gewohnt weiter

Berlin - Im April setzte die niederländische Apothekenaufsicht Versandapotheken wie der Europa Apotheek in Venlo, Doc Morris oder Vitalsana eine Frist. Innerhalb von vier Monaten sollten die Versandapotheken die Rezept-Regeln im Nachbarland auch für deutsche Rezepte strikt einhalten. Die Frist ist ablaufen. Doch die Versandapotheken liefern wie bisher unbehelligt an ihre deutschen Kunden. Bisher schritt die niederländische Apothekenaufsicht entgegen ihrer Ankündigung nicht ein.

Mehr noch: Die Europa Apotheek ist inzwischen umgezogen. „Wir haben problemlos alle notwendigen Genehmigungen erhalten“, sagte Klaus Gritschneder von der Europa Apotheek und Vize-Präsident des europäischen Versandapothekenverbandes Eamsp auf DAZ.online-Anfrage. Bisher habe die Europa Apotheek vom niederländischen Apotheken-Inspektor F.K. Steenhuisen nichts mehr gehört. Wie es mit der Überprüfung der Auflagen weitergeht, kann auch das niederländische Gesundheitsministerium IGZ auf DAZ.online-Anfrage zurzeit nicht beantworten.

Dabei hatte Apotheken Inspektor Steenhuisen in einem „Nieuwsbrief IGZ“ vom 7. April die Versandapotheken kategorisch zur Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften aufgefordert. Im Kern ging es dabei um die Bestimmungen des „Geneesmiddelenwet“ (GnW). Danach müssen auf in den Niederlanden eingereichten Rezepten neben der Dosierung auch die konkrete Einnahme des Arzneimittels vom Arzt notiert sein. Diese Anforderung erfüllen deutsche Rezepte in aller Regel aber nicht. Sollten die Versandapotheken dieser Vorschrift innerhalb von vier Monaten nicht genügen, wollte Apothekeninspektor F.K. Steenhuisen das niederländische Recht mit „voller Schärfe“ neben der Europa Apotheek auf alle Versandapotheken anwenden.

Den Stein ins Rollen gebracht hatte ein niederländischer Apotheker, der im Zwist bei Europa Apotheek ausgeschieden war. Dieser hatte Anzeige gegen die Versandhandelspraxis erstattet. Der Apotheker verwies darauf, dass Vorschriften wie Kontrolle und Archivierung der Rezepte, die Pflege der Patientenakten, die Lagerung der Medikamente oder die Etikettierung der Packungen nicht eingehalten würden.

Bei einem Treffen im März wurden die Versandapotheken daraufhin von den niederländischen Aufsichtsbehörden darüber informiert, dass alle Vorschriften einzuhalten seien. Wegen der komplizierten Regeln wurde die Übergangfrist von zwei auf vier Monate verlängert. Die Frist ist inzwischen abgelaufen.

 

Lesen Sie hierzu auch:

Versandapotheken: Niederländische Apothekenaufsicht setzt Frist

 

Lothar Klein / 17.08.2011, 10:42 Uhr

Kommentare:

Gunnar Müller / Detmold sagt:
18.08.2011 16:22

Versandapotheken - insbesondere die vermeintlich "billigen" aus dem Ausland wg. der billigeren ApU's und der geringeren MWSt. dort - und das Re-Importwesen gehören ebenso in die Mottenkiste der EU-Geschichte wie die unterschiedlichen Preise der Pharma-Industrie.

Und zwar unverzüglich und nachhaltig!

Wie lange lassen sich die Mitgliedsstaaten noch auf der Nase herumtanzen ??

Apo sagt:
17.08.2011 11:50

Sturm im Wasserglas.
Die Einzigen, die geprügelt werden, wenn si enicht alle Vorschriften penibel einhalten sind wir kleinen deutschen Apotheken. An die Großen traut sich doch eh keiner rann.

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