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Wirtschaft

Thomas Trümper: Für Apotheken ist die Situation dramatisch. (Foto: Anzag)

Thomas Trümper: Für Apotheken ist die Situation dramatisch. (Foto: Anzag)

Pharmagroßhandel

Trümper beklagt Mehraufwand durch Rabattverträge

Berlin - Nicht nur Apotheken, auch der Arzneimittelgroßhandel leidet unter den Rabattverträgen: Sie sollten zwar die Kosten für das Gesundheitssystem insgesamt senken, hätten sich aber auch für die Großhändler als Last erwiesen, erklärte der Vorsitzende des Verbands des Pharmazeutischen Großhandels (Phagro), Thomas Trümper, gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ).

Weil nach dem Abschluss von Rabattverträgen ganze Gruppen von Medikamenten kurzfristig ausgetauscht werden müssten, seien die Händler für Teile ihres Sortiments zu einer doppelten Lagerhaltung gezwungen. „Das verursacht uns viel Mehrarbeit, aber wir bekommen keinen Pfennig dafür“, so Trümper.

Auch dies ist ein Grund, warum Großhändler den Apotheken künftig bei Rabatten kaum mehr entgegenkommen könnten. Infolge des Arzneimittelmarkt-Neuordnungsgesetzes (AMNOG) wird ab 2012 der Spielraum der Großhändler für Rabatte zugunsten der Apotheken ohnehin auf eine im günstigsten Fall noch halb so hohe Preisspanne wie bisher sinken. Rabatte auf den zukünftigen Fixbetrag sind untersagt. „Langfristig wird die Situation für viele Apotheken dramatischer sein als für uns“, so Trümper zur FAZ.

Darüber hinaus fürchtet der Großhandel das wieder zu beobachtende Ansteigen des Anteils der Direktverkäufe (derzeit gut 15 Prozent des Arzneimittelmarktes). Diese Tendenz werde durch das AMNOG bestärkt, so Trümper: Es sei zu erwarten, dass den Pharmakonzernen in Zukunft ein größerer Spielraum für Rabatte möglich sein wird als den Großhändlern. Allerdings hat das Bundesgesundheitsministerium bereits signalisiert, dass es dies für falsch hält. Daher rechnet Trümper hier mit einer Korrektur.

Juliane Ziegler / 15.08.2011, 12:07 Uhr

Kommentare:

Wolf Wagner sagt:
15.08.2011 19:37

Seit AMNOG beobachte ich zunehmend, wie Pharmagroßhandel, Pharmaindustrie und Apotheken gegeneinander ausgespielt werden. Pharmaindustrie und Großhandel haben die Besseren Karten, da sie über ihre politische Vernetzung die Interpretationslücken zu ihren Gunsten auslegen können. Ein sehr schönes Beispiel dafür ist Herr Trümper, der Herrn Bahr die Hand reicht, um gemeinsam die GH-Marge zu sichern. In diesen unsicheren Zeiten wechseln die Allianzen schnell und wir Apotheker sollten uns darauf konzentrieren unsere Margen zu erhalten. Unser Rohertrag galoppiert doch auf die 22 bis 23% zu. Davon ist der Betreuungsauftrag, von dem unsere Verbandsfunktionäre träumen, nicht zu bezahlen. Wir brauchen Partner, die mit uns unsere Visionen teilen. Herr Tümper verabschiedet sich mit seinen mehr...

sj sagt:
15.08.2011 14:35

so ein Schwachsinn,was er da redet.Aber für die Vermietung der Ladenfläche bei den großen EKZ hat er genug Geld.

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