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Wirtschaft

Die Kassen wollen sparen - zunehmend schließen sie jetzt auch Rabattverträge mit Originalherstellern. (Foto: Techniker Krankenkasse)
IMS Health Marktdaten
Immer mehr Originalpräparate unter Rabattvertrag
Berlin - Die gesetzlichen Krankenkassen schließen zunehmend auch Rabattverträge über patentgeschützte Arzneimittel ab. Im vergangenen April entfiel bereits rund ein Drittel der Umsätze rabattvertragsgeregelter Medikamente auf diese Arzneien. Dies geht aus Daten von IMS Health hervor. Die Generikabranche sieht die Entwicklung kritisch.
Im April 2011 lag der Umsatzanteil aller rabattvertragsgeregelter Medikamente nach Listenpreisen (ohne Rabatte) im GKV-Arzneimittelmarkt bei 22 Prozent bzw. 378 Millionen Euro. 32 Prozent (121 Mio. Euro) davon entfielen auf patentgeschützte Arzneimittel. In diesem Segment konnten allein die Top 5-Präparate ein Umsatzanteil von rund 45 Prozent für sich verbuchen. Der Anti-TNF-Blocker Enbrel® (Pfizer) steht dabei mit 11 Prozentpunkten auf Platz 1, gefolgt vom MS-Mittel Rebif® (Merck Serono/10 %), dem atypischen Neuroleptikum Zyprexa® (Eli Lilly /9%), dem Antidiabetikum Lantus (Sanofi-Aventis/ 8%) und dem MS-Mittel Betaferon (Bayer/7%).
Unter den verschiedenen Kassen erweist sich auch im Rabattvertragsgeschäft für Originale die AOK als Vorreiter. In der AOK-Gemeinschaft waren im ersten Jahresdrittel 2011 im patentgeschützten Segment bereits 18 Prozent der abgegebenen Packungen rabattiert. Es folgen die Barmer GEK mit 13 Prozent und die DAK mit 12 Prozent.
Für die Hersteller, so konstatiert IMS Health, sind Rabattverträge für Originale nur dann attraktiv, wenn sie sich hierdurch Marktteile sichern können. Dies kann durch Mengengarantien geschehen, das Ausschalten von Import-Arzneimitteln oder schlicht dadurch, dass das Patent bald abläuft und generische Konkurrenz auf den Plan tritt. Eine weitere Kategorie bilden sogenannte Risk-Share- und Mehrwertverträge.
Dem Branchenverband Pro Generika stoßen vor allem die Verträge sauer auf, bei denen der Patentablauf des Rabatt-Arzneimittels unmittelbar bevorsteht. Obgleich später in den Markt kommende Generika im Regelfall einen deutlich günstigeren Listenpreis als das Erstanbieterpräparat haben, müssen die Apotheken wegen des Substitutionsgebotes dennoch das rabattierte Altoriginal abgeben. Damit, so beklagt Pro Generika, behinderten diese Rabattverträge (Preis-)Wettbewerb im generikafähigen Arzneimittelmarkt. Und das ist am Ende auch für die Kassen ein schlechtes Geschäft, da sie weniger Einsparungen durch Generika erzielen können.
Kirsten Sucker-Sket / 20.07.2011, 13:42 Uhr
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Winfried Meyer sagt:
24.07.2011 17:12zu framo`s 20.07.2011 15:00
"Alles, was man über die Pharmaindustrie so hört oder glaubt gehört zu haben - ist wahr. Gilt auch für GKV-Vorstände. [...]
Der Rest wandert auf irgendwelchen geheimgehaltenen Kanälen zwischen Industrie und GKV hin und her. Eigentlich müssen sich alle Beteiligten veralbert vorkommen, denn offensichtlich ist der Originalhersteller in der Lage, viel billiger anzubieten. Damit wird der LAUER-Preis, auf den sich alle Politiker, Journalisten und Gesundheitsökonemen berufen, als das entlarvt, was er ist. Manipulierbare Makulatur.
Eine Einladung, daß jeder jeden beschei..."
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Naja, alle "K(l)etten" hätten im Gegensatz zur "ABDA-K(l)ette von unten" mehr...
ID sagt:
21.07.2011 08:51Das heist dann also, dass wir uns für nur 22% Umsatz, gefühlt aber 80% der Arbeit jeden Tag mit diesen sch.... Rabattverträgen herumschlagen. Das kann ja wohl nicht wahr sein. Bitte Verträge vor allem da abschliessen, wo es sich auch lohnt, nämlich bei den 78 % vom Umsatz da lohnt es sich dann auch richtig.
Elisabeth Jedamzik sagt:
20.07.2011 21:26....und da die Einnahmen aus den Rabattverträgen nicht veröffentlicht werden (müssen) kann man das Geld gut irgendwo verstecken/buchen.
Kann man schon mal einen schönen Betriebsausflug oder alternativ Bonuszahlung davon finanzieren !
Und die politisch verwertbaren "hohen" Arzneimittelausgaben errechnen sich
natürlich aus den gefakten Bruttopreisen.
Was wieder politischen Handlungsbedarf nach sich zieht--und schwupp hat man die Apotheker wieder beim Kragen, da "Umsatzzuwächse".
framo sagt:
20.07.2011 15:00Alles, was man über die Pharmaindustrie so hört oder glaubt gehört zu haben - ist wahr. Gilt auch für GKV-Vorstände.
Ein Originalpräparat kostet sagenwirmal 300 Euro. Das preisgünstigste Genericum 49,99 Euro. Beides Listenpreis. Laut Rabattvertrag ist der Apotheker verpflichtet, das vermeintlich teure abzugeben. Der Apotheker finanziert zwischen, der Patient zahlt 10 (statt 5) Euro zu. Offensichtlich zahlt die betreffene Krankenkasse weniger als 49,99 Euro. Sonst würde sie ja ökonomisches Harakiri betreiben. Der Rest wandert auf irgendwelchen geheimgehaltenen Kanälen zwischen Industrie und GKV hin und her. Eigentlich müssen sich alle Beteiligten veralbert vorkommen, denn offensichtlich ist der Originalhersteller in der Lage, viel billiger anzubieten. Damit wird der mehr...