Sie sind hier: Tagesnews-Wirtschaft > News
Wirtschaft

Haucaps Modell: Das derzeitige Apotheken-Honorar umzustellen auf eine vom Patienten zu bezahlende Apotheken-Taxe von zehn Euro, auf die der Apotheker allerdings aus Wettbewerbsgründen anteilig verzichten kann. (Foto: DAZ/Schaaf)
Interpharm-Diskussionsrunde: Brauchen wir weniger Apotheken?
Haucap hatte einen schweren Stand
Hamburg - Einen schweren Stand hatte Professor Dr. Justus Haucap, der Vorsitzende der Monopolkommission, bei der Podiumsdiskussion auf der Wirtschafts-Interpharm zum Thema „Brauchen wir weniger Apotheken?“. Im ersten Teil der Diskussion beschäftigten sich neben Haucap Professor Dr. Andreas Kaapke und DAZ-Herausgeber Dr. Klaus G. Brauer ausführlich mit der Wettbewerbssituation der deutschen Apotheken. Einig waren sich die Diskutanten, dass neben dem Standort einer Apotheke die Beratungsqualität über den wirtschaftlichen Erfolg entscheidet.
- DAZ.TV: Interpharm-Diskussionsrunde - Brauchen wir weniger Apotheken?
Professor Haucap plädierte im weiteren Verlauf wiederholt, die Apotheken wie andere Einzelhändler einem stärkeren Preiswettbewerb auszusetzen, um so Effizienzreserven zu aktivieren. Haucap plädiert in diesem Zusammenhang für sein Modell, das derzeitige Apotheken-Honorar umzustellen auf eine vom Patienten zu bezahlende Apotheken-Taxe von zehn Euro, auf die der Apotheker allerdings aus Wettbewerbsgründen anteilig verzichten kann. Dieser Vorschlag löste eine kontroverse Diskussion aus.
In DAZ-TV haben wir für Sie die interessantesten Passagen der Podiumsdiskussion zusammengestellt.
Wenn Sie dieses Video auf youtube oder auf dem iPad sehen wollen, dann klicken Sie bitte hier.
Siehe zu diesen Thema auch den Beitrag in AZ 2011, Nr. 9, S. 2
Lothar Klein / 29.03.2011, 13:04 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




Winfried Meyer sagt:
01.04.2011 17:55Link-Korrektur :
www.apothekenforum.com/htm/abdaorg.html
Winfried Meyer sagt:
01.04.2011 17:38Sehr geehrter Herr Rodiger,
s.g. "Gebietsklassifizierungen" in diversen Varianten und Ausprägungen (incl. unterschiedlicher ALIMENTIERERUNGShöhen , vgl. dazu ApoG-Sinne) funktionieren besser in kleinen Staaten wie Schweiz, Austria, Luxemburg oder in den Skandinavienländern.
Deshalb will die "Politik ganz oben" in den GROSSEN EU-Nationalstaaten mit Verdrängungswettbewerb wg. Niederlassungsfreiheit eben NICHT die Kriterien des "Schutzes der Gesundheit" selbst-legeslativ festsetzen, etwa gemäß einer DAV-Streichliste o.ä. mit Fragezeichen (Umkehrverfahren), sondern hat diese Aufgabe hoheitlich an das KAMMERWESEN K.d.Ö.R. zur Entscheidung delegiert.
Genau DIESE K.d.Ö.R., bisher in D noch 17 mal länderweise zuständig, mehr...
Reinhard Rodiger sagt:
31.03.2011 23:23sehr geehrter Herr Meyer,
es geht doch darum,dass geklärt wird,ob ein
Versorgungsnetz,das Nebenlagen einschliesst gewollt ist oder nicht. Norwegen lehrt,dass die Verdichtung in den zentralen Lagen erfolgt und die angestrebte Besserung in der Peripherie unterbleibt.
Die Politik geht anscheinend den umgekehrten Weg.Mit dem Zudrehen des Ertragshahns verschwinden automatisch nicht nur die sowieso "zu kleinen" sondern auch nicht mehr rentable Grosse. Bevor ich also den Hahn zudrehe sollte ich das Netz klären. Wenn die Beratungsqualität die Grundlage des wirtschaftlichen Erfolgs sein soll,dann kann sie
nicht an die Grösse gebunden sein.Und die Grösse
ist lageabhängig. Sie ist in Nebenlagen seltener.
Also sinkt dort die Beratungsqualität,weil die mehr...
Winfried Meyer sagt:
30.03.2011 19:03Sehr geehrter Herr Rodiger,
Ihr "Vergleich" mit der Bundesbahn hinkt zwar an manchen (bekannten) Stellen, doch argumentativ-richtungsweisend findet er meine Zustimmung.
Was "Politiker"-Sensibilität/Instinkt und -Empfänglichkeit je nach Interessenslage betrifft, so sehe ich keinen Unterschied zu "unseren" BerufsZZZertretungen, zumal beim Lesen der neuesten Ausgabe des apothekerlichen Zentralorgans "Prawda", deren 1.Prioritäten-Link immernoch zur Empfehlung der "Bayreuther-Verdrängungsspiele" führt :-)
www.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=37328&type=0
Niederlassungsbeschränkung ??? wie vielerorts diskutiert, nicht nur in HH-2011, sogar Zurückdrehen vor 1957 ??? mehr...
Reinhard Rodiger sagt:
30.03.2011 12:02@ Herr Meyer / Dr Post
Ich glaube,Dr.Post meint die Experten,die die Politik gegen Bezahlung oder aus sicherer Warte stützen.Das Motto ist da:sage mir,was du brauchst und du bekommst das entsprechende Gutachten.Ich kenne keine Situationsanalyse von unabhängigen Fachleuten.
Eine besondere,die fehlt ist die zu den Konsequenzen
von weniger Apotheken.Wo sind sie denn,die Unrentablen? Sind es die,deren Wegfall Versorgungslöcher hinterlässt wie die entfallenen
Nebenstrecken der Bundesbahn?Oder ist es nur eine weniger in der Einkaufszone? In England und
Frankreich gibt es zumindest die Erkenntnis,dass
hier ein Problem ist.Besonders in England greift die
Erkenntnis,dass solche Netze gut sind und deren
Abschaffung teuer.Entsprechend werden Netze
mehr...
Georg Schürger sagt:
29.03.2011 19:27Sehr geehrter Herr Meyer,
je nach Interessenlage sieht man das anders.
Das mit dem amerikanischen BIP-Vergleich lässt sich nachlesen.
Wenn man natürlich keiner Statistik traut, was sicher z.T. berechtigt, kann man alles anzweifeln.
Trotzdem hat mich Ihr Artikel erheitert.
Viele Grüße!
Georg Schürger
Winfried Meyer sagt:
29.03.2011 18:22Sehr geehrter Herr Schürger,
es soll ja Pharmazeuten-e.K.s geben, die zweit- bzw. erst-studied BWL gar VWL "beleckt" gar diplomiert sind, und eben nicht nur Gewerbeschein und IHK-Beiträge bezahlt haben :-) :-)
Einige von diesen KollegenInnen sind sehr wohl "gestalterisch" im Gesundheitswesen unterwegs, ebenso wie ärztlich-approbierte Pharmazeuten;
und obendrein schon zur Praxis-erfahreneren Elder-Generation sich zählen dürfend !
zu
"...bezogen auf das BIP verschlingt.
Verstehe das, wer will."
eben, der eine verstehts`s, der andere nicht. Jedem seine eigene Statistik, gefälscht (interpretiert) wird sie immer zur eigenen Wahrheit.
zu
"Professor Oberender, der doch jahrzehntlang die mehr...
Georg Schürger sagt:
29.03.2011 16:32Sehr geehrte Damen und Herren,
Ökonomen okkupieren zunehmend die Rolle des "Gestalters" im deutschen Gesundheitswesen , obwohl sie davon so gut wie keine praktische Erfahrung haben. Sie glauben sich aus Lehrbüchern ihre "Erkenntnisse" zusammen, zimmern in ihrer eigenen Sprache ein Modell und "verkaufen" es als den Stein der Weisen an unsere Regierung.
Begierig saugen unsere Politikerexperten die neuen Erkenntnisse auf und verkaufen sie als
ihr "Geschäftsmodell".
Hinterfragt man etwas genauer die Hintergründe, so fällt auf, dass sie alle vom amerikanischen Modell abkupfern, ein Modell, das trotz streng marktwirtschaftlicher Ausrichtung fast das Doppelte an Gesundheitsausgaben, bezogen auf das BIP verschlingt.
mehr...
Winfried Meyer sagt:
29.03.2011 16:01Sehr geehrter Herr Dr. Peter Post,
da wir beide uns schon seit Jahren desöfteren und vielerorts sowohl virtuell als auch vis-a-vis "begegneten" und solcherart "uns kennen" , und zumindest ich an Ihnen-persönlich Ihre Fähigkeit zur SELBSTkritik schätze, erlaube ich mir folgende Abwandlung Ihres "Zwischenrufs" :
Wann werden endlich die (DAV-)standardisierten Pharmazeuten-FACH-EINZELhändler dem Wettbewerb untereinander ausgesetzt? , einem Wettbewerb, der im Gegensatz zu Discount-, Versandhandel, Pick-up etc. die selbstbeanspruchten VORORT-INDIVIDUELLEN Qualitäts- und Premiummerkmale eben NICHT verscherbelt (insbesondere im OTC-Segment).
Wir alle (Solidarfinanzierende Patienten) kommen sicher viel besser mit weniger mehr...
Dr. Peter Post sagt:
29.03.2011 11:21Wann werden endlich die beamteten Experten dem Wettbewerb ausgesetzt? Wir alle kommen sicher viel besser mit weniger Experten als mit weniger Apotheken aus!