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Wirtschaft

BAH-Vorsitzender Hoffmann
„OTC-Markt entwickelt sich zurückhaltend“
Dubrovnik - Sieht man von den Umsatzsteigerungen ab, die aufgrund der Entlassungen aus der Verschreibungspflicht (z. B. Rx-OTC-Switch von Orlistat, Pantoprazol) festzustellen sind, entwickelt sich der OTC-Markt in Deutschland, aber auch im übrigen europäischen Markt eher zurückhaltend. Diese Feststellung macht Hans-Georg Hoffmann, Vorsitzender des Bundesverbands der Arzneimittel-Hersteller (BAH) in einem Pressegespräch am Rande der Jahrestagung der Europäischen Arzneimittelhersteller.
Natürlich sei auch im Selbstmedikationsbereich die globale wirtschaftliche Situation zu spüren: Der Bürger überlegt angesichts der drohenden Einsparungen zweimal, ob er einen Euro ausgibt. Und er wird versuchen, dass ihm Arzneimittel zulasten der GKV verordnet werden.
Einen Hoffnungsschimmer für Deutschland sieht er allerdings in der Initiative Grünes Rezept, die seit vergangenem Jahr forciert wird und für die Selbstmedikation als erfolgreiche Aktion gelten kann. Patienten, die zum Arzt gehen und dort mit dem Grünen Rezept eine Empfehlung für ein Selbstmedikationsarzneimittel erhalten, hätten womöglich – ohne diese Empfehlung – kein OTC-Produkt erworben. Insofern dürfe man, so Hoffmann, die Grüne-Rezept-Initiative als erfolgreich ansehen.
Hoffmanns Fazit dazu: „Selbstmedikation wird weiterhin seinen Platz haben, aber wir sehen – Switcheffekte ausgenommen – nicht unbedingt rosigen Zeiten entgegen.“
Kein gutes Haar ließ Hoffmann am Referentenentwurf zum Arzneimittel-Neuordnungsgesetz. Dieses Gesetzesvorhaben sei weitgehend unausgegoren und verworren. Positiv äußerte er sich allerdings zum geplanten Verbot der Pick-up-Stellen und zur Mehrkostenregelung für Patienten im Rahmen der Rabattverträge. Der Patient müsse die Möglichkeit haben, gegen Zuzahlung weiterhin sein gewohntes Arzneimittel zu bekommen.
Peter Ditzel / 10.06.2010, 17:11 Uhr
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