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Wirtschaft

kohlpharma sieht die Hälfte der seiner Arbeitsplätze gefährdet. (Foto: kohlpharma)
Import-Arzneimittel
Kohl-Gruppe streicht Stellen
Berlin - Angesichts der Pläne der Bundesregierung, ab dem 1. August auch für Import-Arzneimittel einen erhöhten Herstellerrabatt einzuführen, hat die saarländische kohl-Gruppe angekündigt, sich von 150 Mitarbeitern zu trennen. Und dies sei erst ein erster Schritt: von den rund 1.000 Arbeitsplätzen im Bereich Pharma seien derzeit insgesamt 500 gefährdet.
Damit reagiere man auf einen zu erwartenden sehr hohen Umsatzrückgang, hieß es aus dem Unternehmen. Hauptbetroffener des Vorhabens der schwarz-gelben Regierungskoalition, den Herstellerrabatt bis Ende 2013 von derzeit 6 Prozent auf 16 Prozent zu erhöhen, ist das größte Unternehmen der Gruppe, die auf Re- und Parallelimporte ausgerichtete kohlpharma GmbH.
Europas größter Arzneimittelimporteur gelte arzneimittelrechtlich als Hersteller, sei von seinem Geschäftsmodell her jedoch primär Handelsunternehmen, betont kohl in einer Pressemeldung. Es könne eine Handelsmarge und keine wesentlich höhere Herstellermarge realisieren. „Da sind 10 Prozent mehr Zwangsrabatt einfach nicht drin“, so Unternehmenschef Edwin Kohl. „Dieser eiskalte Griff der schwarz-gelben Regierungskoalition in die Taschen der mittelständischen Importunternehmen ist nicht gerechtfertigt und bestraft am Ende die Falschen.“
Das Unternehmen wies darauf hin, dass Importarzneimittel den Krankenkassen über 300 Mio. Euro im Jahr sparten. Sie seien somit nicht verantwortlich für die Kostensteigerungen bei patentgeschützten Arzneimitteln. „Der Importhandel mit EU-Arzneimitteln ist der einzig funktionierende Wettbewerb im patentgeschützen Markt und hat in den letzten 30 Jahren das Preisniveau in Deutschland um über 25 Prozent gesenkt“, so Kohl.
Das Unternehmen schätzt, dass die Erhöhung des Herstellerrabattes um 10 Prozent im laufenden Geschäftsjahr sowie der geplante Zeitraum von mehr als drei Jahren 80 Prozent der Importeure eliminieren wird. Damit würden insgesamt etwa. 4.000 direkte Arbeitsplätze in der Branche vernichtet.
Kirsten Sucker-Sket / 10.06.2010, 10:53 Uhr
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