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Wirtschaft

Online-Apotheken
Die meisten illegalen Angebote kommen aus den USA und Deutschland
Berlin - Der illegale Internetversand von Arzneimitteln – zumeist gefälschten – boomt. Dabei werden populäre Pharma-Marken immer häufiger missbraucht. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie Brandjacking Index Summer 2009 des Markenschutz-Unternehmens MarkMonitor. Seit der ersten Studie zum Online-Pharmamarkt im Jahr 2007 haben die Angebote von Medikamenten im Web um 67 Prozent zugenommen.
Dem Brandjacking Index zufolge sind die Umsätze von Online-Apotheken von rund vier Milliarden US-Dollar im Jahr 2007 auf rund 11 Milliarden US-Dollar im laufenden Jahr angewachsen. Die meisten Online-Apotheken werden in den USA gehostet – Deutschland erwies sich als zweitbeliebtester „Gastgeber“ der zwielichtigen Webseiten (13 Prozent), an dritten Stelle folgen die Niederlande mit 10 Prozent.
Festgestellt wurde zudem, dass von den 2.930 untersuchten Online-Apotheken lediglich vier VIPPS-zertifiziert waren, also das Gütesiegel der National Association of Boards of Pharmacy (NABP) trugen. Die nicht zertifizierten Apotheken boten Rabatte von bis zu 90 Prozent an – was laut MarkMonitor zweifelhafte Produktqualität vermuten lässt. Auch der Trend zum Massenabsatz von Tabletten sowie dem Vertrieb medizinischer Wirkstoffe in Pulverform ließen auf eine illegale Herstellung und einen illegalen Handel mit Arzneimitteln schließen. Als Treiber des vermehrten Internethandels mit Medikamenten macht der Brandjacking Index die Angst vor diversen Grippe-Viren sowie die US-amerikanische Debatte zur Gesundheitsreform aus.
Die Anzahl der sogenannten „Cybersquatting-Sites“, auf denen zu unrecht der Markenname von sechs untersuchten Arzneimittelmarken als Domainname verwendet wurde, erreichte der Studie zufolge einen Spitzenwert von 19.163 Domains. Das entspricht einem Plus von 9 Prozent gegenüber 2008. Mit einem Anteil von 75 Prozent sind vor allem Lifestyle-Medikamente betroffen.
Kirsten Sucker-Sket / 27.10.2009, 13:45 Uhr
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