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Eine virtuelle Apotheke in einer Sparkasse - ist das die neue Pharmazie, die Menschen mögen? (Foto: bilderbox)

Eine virtuelle Apotheke in einer Sparkasse - ist das die neue Pharmazie, die Menschen mögen? (Foto: bilderbox)

Apothekenbox in Sparkasse

Apothekenbesuch per Video-Konferenz

Mainz - In Massenheim, einem Stadtteil von Hochheim am Main in der Nähe von Mainz, kann man sich künftig in den Räumen einer Sparkasse pharmazeutisch beraten lassen und Medikamente ordern. Heute, am 27. Oktober 2009, eröffnete der Apotheker Michael Schier aus Mainz-Kastel im Vorraum einer Sparkassenfiliale eine sogenannte CoBox. Dabei handelt es um einen etwa vier Quadratmeter großen, verschließbaren Raum, in dem sich die Kunden per Video-Konferenz von einem Apotheker oder einer PTA aus Schiers Apotheke beraten lassen können.

Beide Seiten sehen sich in Lebensgröße auf dem etwa ein Meter hohen und 80 cm breiten Bildschirm, erläuterte Schier gegenüber der DAZ. Die Kunden sollen den Apotheker so erleben, als stünden sie mit ihm in seiner Apotheke – tatsächlich liegt diese rund eine viertel Stunde mit dem Auto entfernt. Ein Poster mit Freiwahl im Hintergrund sorgt für die richtige Atmosphäre, wenn beraten und verkauft wird. Für ärztliche Verordnungen steht ein Scanner bereit. Rezepte können in einen Schlitz geschoben werden und werden somit für das pharmazeutische Personal greifbar. Wird das Rezept abgegeben, verschwindet es im Schlitz, möchte der Patient es doch lieber nicht einlösen, kommt es wieder heraus. Was bestellt ist, kann vor Ort per EC-Karte gezahlt werden oder aber an der Haustür, wenn die gewünschten Arzneimittel per Botendienst geliefert werden. Geöffnet ist die „CoBox“ von 8:30 bis 18 Uhr. Nacht- oder Notdienste sind nicht geplant.

Ausgedacht hat sich das Konzept nicht etwa ein Apotheker, sondern ein Architekt, der für die Taunussparkasse tätig ist sowie ein Mitarbeiter der Sparkasse, erläutert Schier. Sie hätten ihm die Idee vor vier Wochen vorgestellt. Schier fand die lebensnahe Gestaltung der „CoBox“ „überwältigend“ und ließ sich rasch überzeugen, im apothekenfreien Massenheim eine virtuelle Filiale zu eröffnen. Aus seiner Sicht handelt es sich um eine „Rezeptsammelstelle mit Beratung“. Vorsichtshalber hat er sich aber auch eine Versandapothekenerlaubnis erteilen lassen. 

Kirsten Sucker-Sket / 27.10.2009, 16:03 Uhr

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