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Professor Matthias F. Melzig vom pharmazeutischen Instiut der FU hat gemeinsam mit Kollegen Stellung gegen einige Regelungen der ApBetO-Novelle bezogen. (Foto: FU Berlin)

Professor Matthias F. Melzig vom pharmazeutischen Instiut der FU hat gemeinsam mit Kollegen Stellung gegen einige Regelungen der ApBetO-Novelle bezogen. (Foto: FU Berlin)

Berliner Pharmazieprofessoren zur ApBetrO

Erster Schritt zum „Pharmaziestudium light“

Berlin - Die Pharmazie-Professoren der Freien Universität (FU) Berlin warnen davor, das Prinzip der vollversorgenden Apotheken aufzugeben. Der Referentenentwurf für die Novelle der Apothekenbetriebsordnung stellt aus ihrer Sicht den ersten Schritt zum „Pharmaziestudium light“ dar. Sie unterstützen die ABDA daher bei ihrem Bemühen, den Weg in eine Zwei-Klassen-Pharmazie zu verhindern.

Eine „Apotheke light“ stehe im Widerspruch zu einem „qualitativ hochwertigen, naturwissenschaftlich ausgerichteten Hochschulstudium der Pharmazie“, heißt es in der Stellungnahme der Berliner Professoren. Insbesondere die im Entwurf vorgesehenen Änderungen hinsichtlich der wissenschaftlichen Hilfsmittel sind für die Hochschulpharmazeuten inakzeptabel – sie untergraben ihrer Meinung nach die Anstrengungen zur Qualitätssicherung.

Sowohl die Prüfung als auch die Herstellung von Arzneimitteln sind elementare Kernaufgaben für jeden Apotheker und Bestandteil der theoretischen und praktischen Ausbildung im Rahmen des Pharmaziestudiums, so die FU-Professoren. Das Studium vermittle außerdem Kenntnisse, die alle in Deutschland verbindlichen Arzneibücher einbeziehen – neben dem Europäischen Arzneibuch auch das Deutsche Arzneibuch, DAC/NRF und das Homöopathische Arzneibuch. Ein entsprechend ausgestattetes Labor und eine apothekenübliche Ausstattung zur Herstellung von Arzneimitteln sei die Grundvoraussetzung für die Ausübung des Apotheker-Berufs.

Der Referentenentwurf fordert nach Auffassung der Berliner Pharmazeuten einen hohen Qualitätsstandard in den Apotheken, gebe aber nicht die dafür erforderlichen Prämissen verbindlich vor. Dies führe zu einem Gegensatz zwischen Hochschulausbildung und Apothekenpraxis – weshalb sie in ihrer Stellungnahme die Frage aufwarfen: „Ist dies nur der erste Schritt für ein ‚Pharmaziestudium light‘?“

 

Juliane Ziegler / 28.11.2011, 14:46 Uhr

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