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LifeScan-Blutzuckermessgeräte funktionieren bei extremen Werten nicht ordnungsgemäß (Bild: Walter-Luger-Fotolia)

LifeScan-Blutzuckermessgeräte funktionieren bei extremen Werten nicht ordnungsgemäß (Bild: Walter-Luger-Fotolia)

Ausfall bei hohen Werten

LifeScan ruft freiwillig Blutzuckermessgeräte zurück

Die Johnson & Johnson-Tochter LifeScan ruft mit sofortiger Wirkung die Blutzuckermesssysteme One Touch® Verio® Pro und One Touch® Verio®IQ in Deutschland zurück. Der Grund: bei extrem hohen Blutzuckerwerten (ab 1.024 mg/dl/56,8 mmol/l) funktionieren die Geräte nicht ordnungsgemäß. Diabetiker, die die betroffenen Geräte benutzen, sind aufgefordert, sich an den Kundenservice zu wenden, damit die Geräte ausgetauscht werden können.

Der Blutzucker zwei Stunden nach einer Mahlzeit beträgt bei Nicht-Diabetikern maximal 160mg/ dl. Ein Wert über 200mg/dl wird als manifester Diabetes mellitus eingestuft. Diese Richtwerte zeigen die Dimensionen auf, wie extrem zu hoch ein Blutzuckerwert von 1024mg/dl ist. Der Wert, ab dem One-Touch Blutzuckermessgeräte nicht mehr ordnungsgemäß funktionieren. Anstatt, wie bei Werten über 600 mg/dl vorgesehen, die Warnmeldung „EXTREM HOHER WERT über 600 mg/dl / 33,3 mmol/l” anzuzeigen, schaltet die Geräte-Variante Verio®IQ einfach ab. Bei dem System Verio® Pro wird bei Werten ab 1.024 mg/dl ein falsches, niedrigeres Ergebnis angezeigt und gespeichert. Um, laut eigener Aussage, schwerwiegende, gesundheitliche Folgen durch verzögerte oder falsche Behandlung der Hyperglykämien zu verhindern, ruft der Hersteller freiwillig sämtliche Geräte zurück und tauscht sie aus. Schaltet sich ein Gerät bei der Messung ab, kann das ein Hinweis auf einen extrem hohen Blutzuckerspiegel sein. Die Wahrscheinlichkeit solch hoher Blutzuckerspiegel ist zwar gering, sollten sie jedoch tatsächlich auftreten, ist umgehende ärztliche Behandlung notwendig.

Was nicht klar ist, ob dieses Problem tatsächlich bei der praktischen Anwendung augenscheinlich geworden ist oder lediglich im Rahmen experimenteller Testmessungen. Da bei Blutzuckerwerten ab 600mg/dl bei Typ-II-Diabetikern Symptome des hyperosmolaren Komas, beginnend mit Apathie bis hin zum Koma auftreten, bzw. bei Typ-1-Diabetikern bereits ab Werten über 300mg/dl die Gefahr eines ketoazidotischen Komas besteht, ist dieser Gerätefehler für häusliche Blutzuckerselbstkontrolle eher weniger relevant. Nichtdestotrotz sollten die Geräte ausgetauscht werden. Verwender der Variante Verio® IQ, können ihr Gerät bis zum Austausch weiterbenutzen, sollten sich aber der Problematik bewusst sein. Die Gerätevariante One Touch® Verio®Pro soll nicht mehr verwendet werden. Um hier jedes Risiko auszuschließen, soll auf andere Blutzuckermessgeräte ausgewichen werden.

LifeScan informiert alle registrierten Verwender, medizinisches Fachpersonal, Apotheken und Vertriebspartner schriftlich über diesen Rückruf. Ab wann die Auslieferung der Austauschgeräte erfolgt, ist bisher nicht bekannt.

Quelle:

Pressemitteilung LifeScan vom 18.3.13

Julia Borsch / 26.03.2013, 14:59 Uhr

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