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Der Tena-Hersteller bietet eine neue Variante der Versorgung mit Inkontinenzprodukten. (Foto: SCA Hygiene Products GmbH)

Der Tena-Hersteller bietet eine neue Variante der Versorgung mit Inkontinenzprodukten. (Foto: SCA Hygiene Products GmbH)

Hilfsmittelversorgung

Tena-Produkte für DAK-Versicherte

Berlin - Apotheken können seit Mai einen Liefervertrag mit dem Hersteller der Tena-Inkontinenzprodukte zur Versorgung von DAK-Versicherten abschließen. Das neue Versorgungskonzept biete Apothekern die Chance auf ein „lukratives Zusatzgeschäft mit geringem organisatorischem Aufwand und ohne wirtschaftliches Risiko“ – so der Inhalt einer E-Mail, die der Hersteller SCA Hygiene Products seit etwa zwei Wochen an Apotheken versendet. DAZ.online hat nachgefragt, was dahintersteckt.

Wer sich mit dem Tena-Kundenservice in Verbindung setzt, bekommt auf Wunsch den „Kooperationsvertrag zum Rundum-Sorglos-Paket für DAK-Versicherte“ zugesandt: Durch Abschluss des Vertrages können Apotheker die Versorgung der Versicherten mit aufsaugenden Inkontinenzprodukten sicherstellen, ohne selbst Leistungserbringer im Sinne des fünften Sozialgesetzbuchs §§ 126,127 zu sein. Zwischen der teilnehmenden Apotheke und der DAK-Gesundheit muss kein Hilfsmittelliefervertrag bestehen – eine Präqualifizierung ist deshalb nicht nötig.

Die Apotheke führt in diesem Modell „lediglich“ untergeordnete Hilfsleistungen für SCA aus, den offiziellen Vertragspartner der DAK-Gesundheit. Sie nimmt das Hilfsmittelrezept an, füllt einen Anamnesebogen aus und sendet beides an SCA – sofern der Kunde damit einverstanden ist. SCA liefert die Tena-Produkte direkt nach Hause zu den Versicherten. Der Vertrag räumt aber auch die Möglichkeit ein, dass Patienten ihre Hilfsmittel direkt in der Apotheke erhalten. Dann schickt SCA die Produkte an die Apotheke.

SCA ist als präqualifizierter Leistungserbringer für die gesamte Versorgung mit Inkontinenzeinlagen von DAK-Versicherten zuständig, die Produkte über eine Kooperationsapotheke beziehen. Dazu gehören neben der Auslieferung auch die Abrechnung aller erbrachten Leistungen, die Dokumentation, das Liefern von Produktmustern an den Kunden und eine intensive Beratung. Gegenüber DAZ.online betont das Unternehmen, teilnehmende Apotheken müssten keine aufwendige Beratung leisten. Apotheker könnten ihre Kunden auch weiterhin über Inkontinenzversorgung aufklären – ginge es jedoch um eine produktspezifische oder leistungsrechtliche Beratung, stehe SCA in der Pflicht.

Die Hilfsleistung der Apotheke vergütet SCA mit einer monatlichen Dienstleistungspauschale. Diese beläuft sich im Rahmen der Pauschalversorgung der Krankenkasse auf einen Euro pro Kunde. Das Doppelte erhält die Apotheke für einen Patienten, der sogenannte Premiumprodukte bezieht, deren Preise nicht voll von der DAK abgedeckt werden. Hier zahlt die Kasse einen Teil des Preises, die Differenz müssen die Kunden selbst begleichen. SCA machte deutlich, die Vergütung liege nicht im Fokus der Zusammenarbeit. Vielmehr gehe es darum, Inkontinenz-Patienten in der Apotheke zu halten.

Svenja Schwob / 16.05.2012, 17:29 Uhr

Kommentare:

Windel Inkontinenz sagt:
21.05.2012 18:19

Für einen Euro dürfte der ganze Vorgang wohl nur 1-2 Mintuen dauern. Den Rest gibt der Apotheker in Form von Selbstausbeutung dazu - Dann kann man die Leute eigentlich auch gleich zu Versendern wie http://inkontinenz-windel-shop.de schicken.

Andreas sagt:
19.05.2012 10:59

1 € ist ja wohl eine Frechheit!!

Ich sage auch, lasst uns Tena boykottieren!!!!

Stavenhagen-Neumann sagt:
18.05.2012 10:01

einen ganzen Euro? Doch so viel! Damit sieht man wieder mal deutlich, was die Arbeitskraft eines Apothekers oder Apothekenmitarbeiters wert ist.

Christian Springob sagt:
18.05.2012 08:54

Wer hier glaubt, es gehe darum, die Kunden in der Apotheke zu halten, irrt gewaltig! Seit Jahren durchdringt SCA mit den Inkoprodukten bereits die Drogeriemärkte, die Produkte dort sind kaum von den Apoprodukten unterscheidbar. Nun der nächste Hammer von diesem Unternehmen. Gut, dass es Alternativen auf dem Markt gibt und ich bin froh, dass ich bisher nicht den Focus auf Tena gelegt habe. Lasst uns gemeinsam SCA boykottieren, vor vielen Jahren soll es der Apothekerschaft gelungen sein, Kwai zu boykottieren, nachdem das Produkt in die Drogeriemärkte ging. Wenn wir eine Sprache sprechen, können wir Macht ausüben. Ohne uns gehts nicht und gemeinsam sind wir stark!

Heike sagt:
17.05.2012 15:33

Wo bitte schön ist dieses Geschäft lukrativ????
1.-€ pro Patient ist lächerlich. Ab wieviel Patienten rechnet sich das denn? Der Firma SCA geht es doch nur darum, für sie bequem an die Patienten zu kommen, um dann nach einer gewissen Zeit nur noch direkt mit dem Kunden in Kontakt zu treten. D.h. die Apotheke generiert den Kunden, der dann "abgeworben" wird, so nach dem Motto "warum gehst Du denn in die Apotheke, schicke Dein Rezept doch gleich zu uns". Tolle Idee!!! Nach dem Hickhack im letzten Jahr mit der DAK haben wir unsere Patienten gliech an die DAK verwiesen.

andranik sagt:
17.05.2012 10:29

Es ist eine Diskrimierung der Apotheker und darf nicht unterstützt werden.

Apo2011 sagt:
17.05.2012 08:19

...Finger weg, keine Unterstützung leisten!!

Apofix sagt:
16.05.2012 21:26

Hier geht es nicht darum, daß Inko-Patient
in der Apo bleibt, sondern daß SCA den
Marktanteil erhöht. Denn alle so durch
die Apotheke vermittelten Rezepte werden
ausschließlich mit SCA-Produkten bedient.
Die Apotheke ist also nur Handlanger für
das Umsatzwachstum und hat dafür vor Ort den Aufwand und zudem den Ärger bei Reklamationen !

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