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Beim Internethändler Amazon kann man bereits seit geraumer Zeit apothekenpflichtige Nikotinentwöhnungsprodukte und Schlankheitsprodukte erwerben. (Foto: DAZ.online)
Arzneimittel im Internet
Nikotinpflaster und Orlistat bei Amazon
Stuttgart - Nicht nur bei Rossmann und dm finden sich apothekenpflichtige Produkte in den Regalen. Beim Internethändler Amazon kann man bereits seit geraumer Zeit apothekenpflichtige Nikotinentwöhnungsprodukte und Schlankheitsprodukte erwerben.
Geht man auf die Amazon-Seite und lässt dort beispielsweise nach Nicotinell suchen, wird man schnell fündig: Nicotinell mint Kaugummis in Dosierungen von 1 bis 4mg, Nicorette Chewing Gum 4 mg Freshmint, Nicorette TX Pflaster mit 15 und 25 mg und viele weitere Formen und Dosierungen. Bestellt wird bei Amazon, Verkauf und Versand erfolgt, so weist Amazon aus, durch die Mistrys Pharmacy United Kingdom, eine britische Versandapotheke aus Market Harborough in Leicestershire.
Aber auch das Orlistat-Produkt „Alli Weight-Loss Aid Orlistat 60 mg in der „Vorteilspackung von 170 Kapseln zum Preis von 79 Euro findet sich in den elektronischen Regalen von Amazon. Dieses Produkt wird geliefert von Nickelsdorf, einem Amazon angeschlossenen Händler, der nicht näher ausgewiesen ist. Ein Hinweis darauf, dass es sich hier etwa um eine Versandapotheke handelt, findet sich nicht.
Raucherentwöhnungshilfen wie Nikotinkaugummis und Pflaster sowie Orilstatpräparate sind in Deutschland apothekenpflichtig. Angebot und Verkauf durch Amazon dürfte mithin nicht erlaubt sein – und trotzdem wird damit munter gehandelt? Wird die Apothekenpflicht hier durch die Hintertür aufgeweicht? Warum erfolgt kein Aufschrei von Seiten der Behörden? Wer schaut hier weg?
Peter Ditzel / 12.01.2012, 12:24 Uhr
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Pillenliesl sagt:
14.01.2012 18:43@miwin: Richtig , Behörden interessiert das nicht. Erfolge zu spärlich.
Dass der Apotheker die neueste Ausgabe des Homöopathischen Arzneibuchs nicht im Regal stehen hat, ist da schon viel interssanter ! Ist ja auch Gefährdung der Volksgesundheit.
Ich liebe diesen Banalalenstaat.
eimer sagt:
13.01.2012 17:58herr prof. glaeske's verfallsdatum ist leider schon überschritten - siehe aktuelle ausgabe daz (briefe)
Apothekerin sagt:
13.01.2012 08:47Danke für die Info!
Alle Apotheker sollten die Augen offen halten und bei jeder Gelegenheit die Zuständigen (Behörden? Politiker? usw.) über alle Wildwüchse und Gefahren informieren. Die sehen nämlich nix und verlassen sich auf "freiwillige Selbstkontrollen" (siehe Medizinprodukt Brustimplantate) Ich sehe aber nur, was ich weiß!!! Politiker und Verbraucher kennen mögliche Gefahren ja gar nicht.
Wieso gibt es stapelweise Dentinox bei Rossmann (Lokalanästhetikum für Säuglinge zur Anwendung im Körper (Mund!)?? Wieso Augentropfen, Nasenspray usw (als Medizinprodukt) bei Norma und Aldi in der Schütte??
Herrn Prof. Glaeske wollte ich schon fragen, wer denn nun die Magersüchtigen berät beim Kauf von ABFÜHRKapseln bei Kaufland u.a.! Die Kapseln enthalten mehr...
Pillenliesl sagt:
12.01.2012 21:15Der politische Wille (wäre er vorhanden),diese Rechtsbrüche zu verfolgen, verfinge sich im Dickicht des Netzes.Ullas Wille ist geschehen und der entstandene Sumpf nicht mehr trocken zu legen. Also lieber medienwirksam auf die einprügeln, bei denen es noch immer was zu holen gibt. Das kommt gut bei Journaille und Wahlvieh.
Gunnar Müller / Detmold sagt:
12.01.2012 18:53Es reicht !
Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Bahr,
Zeigen Sie endlich, daß Sie nicht nur Standpunkte haben - sondern diese auch vertreten.
Zeigen Sie endlich Mumm.
Bekennen Sie sich zur pharmazeutischen Beratung.
Bekennen Sie sich zur inhabergeführten Apotheke-vor-Ort.
Und:
HANDELN SIE!
JETZT!
Die Deutschen Apotheken bluten finanziell.
Die Deutschen Apotheken bluten moralisch in anbetracht dieser doppelzüngigen Duldung von Unrecht.
Und:
Die Deutschen Apotheken ersaufen in Bürokratie.
Es ist höchste Zeit, etwas zu tun!
.
miwin sagt:
12.01.2012 18:37Für die Aufsichtsbehörden ist es einfacher die blöden Apotheken zu besuchen. Da kann man erstens für die Kontrolle eine ordentliche Rechnung stellen und zweitens halten die Apotheker, als Kaufleute mit deutschem Firmensitz, auf alle Fälle den Kopf hin, wenn es etwas zu bemängeln gibt.
Rechtsverfolgungen bei Amazon oder anderen Versandhändler (auch und besonders ebay) sind nicht lukrativ. Da müßte man sich mit (ausländischen) Großkonzernen und deren Rechtsabteilung herumschlagen. Das bringt außer Kosten nichts ein und erzeugt eine schlechte Erfolgsquote, was einen die Beförderung kostet.
Dann lieber zurück zu den Apotheken, hier ist Geld und Beförderung sicher...
Banane (Stefan Haydn) sagt:
12.01.2012 18:35Wer stellt Strafanzeige?
Wöfür hat die Kammer Juristen?!
Apotheker B sagt:
12.01.2012 12:50Sehr gut Herr Ditzel,
es nagt und bröckelt an allen Seiten.