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KVWL-Chef Wolfgang Axel Dryden will Vertreterverammlung zu ABDA-KBV-Modell befragen. (Foto: KVWL)
ABDA-KBV-Modell
KV Westfalen-Lippe sucht Unterstützung für Modellversuch
Berlin - Gemeinsam mit der Apothekerkammer Westfalen-Lippe gehörte die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe zu den Vorkämpfern für das ABDA-KBV-Modell. Ab 1. Januar 2012 beginnt die Suche nach einer Modellregion. Doch die KV Westfalen-Lippe zögert. KVWL-Vorsitzender Dr. Wolfgang Axel Dryden will erst das Ja der Vertreterversammlung abwarten.
„Ich möchte ein parlamentarisches Okay haben", sagte Dryden der "Ärzte Zeitung". Außerdem wolle die KVWL weitere Optionen prüfen, bevor sie den Antrag stelle, das Modell in Westfalen-Lippe zu testen, sagte er. „Ich persönlich wäre bereit, die Bewerbung der KVWL für den Modellversuch abzugeben", sagte Dryden auf der KVWL-Vertreterversammlung (VV). Er nehme aber die Bedenken aus der Ärzteschaft ernst.
Der beratende Fachausschuss für die hausärztliche Versorgung der KVWL hat sich laut Dryden mehrheitlich für eine Umsetzung des ABDA-KBV-Konzepts in Westfalen-Lippe ausgesprochen. Die Beteiligung an der Erprobung würde es ermöglichen, die ärztlichen Einwände gegen das Konzept konkret zu überprüfen, so die Hoffnung der Befürworter.
Gepokert wird noch um die Höhe der Vergütung für die teilnehmenden Ärzte. Nur so ist laut Dryden klar: „Für die teilnehmenden Ärzte steht eine extrabudgetäre Vergütung zur Verfügung." Dryden geht laut „Ärzte Zeitung“ davon aus, dass sie noch über dem Volumen liegen wird, das als Add-on über die Verträge zur hausarztzentrierten Versorgung kam: „Diese brachten ein Umsatzmehrvolumen für die beteiligten Hausärzte von circa zwölf Millionen Euro im Jahr." Beim ABDA-KBV-Konzept werde der Kreis der Beteiligten und der Nutznießer deutlich größer sein als bei den Hausarztverträgen. Dryden: „Wir müssen uns angesichts der Lage in Westfalen-Lippe schon sehr genau überlegen, ob wir bereit sind, zusätzliche Finanzmittel auf der Straße liegen zu lassen.“
Aber es gibt auch Gegner des ABDA-KBV-Modells untre den Ärzten in Westfalen-Lippe. Die Ärzte dürften die Verantwortung für die Arzneimittelversorgung nicht an die Apotheker abgeben, warnte der Leiter der KVWL-Bezirksstelle Lüdenscheid Dr. Martin Junker: „Der Apotheker kann die verschiedenen Wechselwirkungen von Generika nicht einschätzen." Die Ärzte dürften ihre „ureigenste Verantwortung" nicht aus der Hand geben, sagte auch der Herforder Allgemeinmediziner Dr. Carl Hans Biedendieck. „Wir brauchen das Dispensierrecht für Ärzte, dann haben wir das ganze Problem aus dem Weg."
Um sich gegen die Kritiker durchzusetzen, setzt Dryden durch ein positives Votum auf den Rückhalt der Basis. Aber das kann dauern: „Wir haben keinen Zeitdruck.“ Die nächste Vertreterversammlung der KVWL findet am 12. Februar statt.
Lothar Klein / 30.12.2011, 10:44 Uhr
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pilzejosef99 sagt:
03.01.2012 18:05Wer sind die AM-Fachleute, wir oder die Ärzte. Über so eine provokative und lächerliche Äußerung kann ich nach 35 Jahren Berufserfahrung nur hellauf lachen.
Apotheker B sagt:
01.01.2012 20:35Noch mal:„Der Apotheker kann die verschiedenen Wechselwirkungen von Generika nicht einschätzen."
Haben die Herren Götter in Weiß in den letzten zwölf Monaten, ihrem Elfenbeinturm schon mal ein Update verpasst?
Da werden doch immer wieder Präparate verschrieben, die längst AV gemeldet sind. Allergien werden den Wirkstoffen in die Schuhe geschoben, obwohl es wieder mal so ein unsinnig schöner Farbstoff wie Chinolingelb aus der Tablettenoberfläche war.
Und was das
„Wir brauchen das Dispensierrecht für Ärzte, dann haben wir das ganze Problem aus dem Weg."
betrifft, habe ich eine Packung Clopidogrel (Ärztemuster) von einem Patienten bekommen; über drei Monate nach der Rückrufaktion von in Indien produzierter Ware.
Da begreift man was,.... mehr...
praktiker sagt:
30.12.2011 17:43-Ärzte sprechen eine deutliche Sprache
zur Zukunftsfähigkeit dieses Modells!
-Meine apothekerliche Standesvertretung
träumt währenddessen weiter,und merkt dabei nicht,dass uns Präsenzapothekern ganz aktuell im GKV-Rx-Bereich die finanzielle Grundlage für 2012 entzogen wird.
Ergo ABDA: Wer zu lange träumt,den bestraft nächstes Jahr die Realität!
Peter K. sagt:
30.12.2011 13:57Na, dann mal viel Spaß liebe Ärzteschaft!
Dispensierrecht bedeutet auch: Rabattvertäge, Importquote, Retaxationen,
Lagerhaltung, QMS....
Das möchte ich gerne noch erleben!
Frusti sagt:
30.12.2011 13:55jedenfalls sind meine "Generikaverordner"
dankbar für jeden Hinweis auf Ww`s und Ki´s.
Jean Blaireau sagt:
30.12.2011 12:47Amtsanmaßung der Ärzteschaft? Scheint so!
Ich muss herzhaft lachen. Ups, jetzt ist mir das Lachen im Halse stecken geblieben.
Rosi sagt:
30.12.2011 11:15...„Der Apotheker kann die verschiedenen Wechselwirkungen von Generika nicht einschätzen." - ne, is klar, der lernt im Studium nur Schubladenziehen!!!
Schönen Gruß nach Lüdenscheid