Sie sind hier: Tagesnews-Spektrum > News
Spektrum

Sparpolitik in Sachsen: Uni Leipzig muss Pharmaziestudium schließen. (Foto: Bilderbox)
Sparpolitik in Sachsen
Uni Leipzig: Aus für Pharmaziestudium
Leipzig - Aus Spargründen muss die Universität Leipzig wahrscheinlich das Pharmazeutische Institut schließen. Damit verlöre der Freistaat Sachsen seinen einzigen Studiengang Pharmazie. Noch ist zwar nicht endgültig entschieden. Aber die Rektorin der Universität Leipzig, Prof. Dr. Beate A. Schücking, gab bekannt, dass sie bei gleichbleibend hohen Studierendenzahlen noch in diesem Jahr 48 Personalstellen für den vorgesehenen Stellenabbau in den Jahren 2013 und 2014 benennen muss.
Das Spardiktat des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst (SMWK) erreichte die Uni Leipzig mit Schreiben am 22. November2011. Bis zum Jahr 2015 fordert das SMWK von den sächsischen Hochschulen den Abbau von jährlich 100 Stellen, von 2016 bis 2020 von 80 Stellen per anno. Die Universität Leipzig soll daran mit einem Anteil von 24 Prozent belastet werden.
Um die dramatischen Folgen einer willkürlichen Stelleneinziehung durch den Freistaat abzumildern, habe das Rektorat Lehr- und Forschungseinheiten einer Bewertung unterzogen, heißt es in einer Pressemitteilung: „Wenn wir wirklich abbauen müssen, dann werde ich der Staatsministerin von Schorlemer die Schließung des Instituts für Pharmazie mit dem dazugehörigen Studiengang vorschlagen sowie die Einstellung des Studiengangs M.A. Komparatistik", so die Rektorin. Das Institut für Pharmazie verfügt über 21 Mitarbeiter. Vom Herbst 2012 an würden dann in diesen Fachrichtungen keine Studierenden mehr immatrikuliert. Allen derzeit betroffenen Studierenden werde zugesichert, dass sie ihr Studium ordnungsgemäß abschließen können.
„Das ist eine Katastrophe. Nicht nur für die Universität Leipzig, sondern für das Land Sachsen. Wir sind der einzige universitäre Ausbildungsstandort für Pharmazeuten in Sachsen“, kommentierte Pharmazie-Professor Detlef Briel diese Vorschläge laut Leipziger Volkszeitung.
Lothar Klein / 14.12.2011, 10:07 Uhr
Sie können die News auch als RSS-Feed abonnieren:
Hier finden Sie weitere Informationen zum RSS-Feed der DAZ.online.




ad sagt:
22.12.2011 19:32Also die Pharmazie zerbröckelt doch an allen Ecken und Enden
Und Schade um die jahrgangsbesten Abiturienten. Zu Schade um mit Beigaben zu buhlen. Und wo ist denn das ansehen im Verhältnis zu anderen Akademikern. Wahr ist: Lieber ein Ende mit Schrecken als...
ApothekerSachsen sagt:
19.12.2011 09:37Was in dem Artikel verschwiegen wird, ist dass die Universitäten in Sachsen dazu angehalten wurden ihr Studienangebot mit dem der Unis in Thüringen und Sachsen-Anhalt (Leipzig besonders mit Halle/Saale)abzugleichen. Halle bestitzt ein größeres Institut mit mehr Studienkapazitäten. Ander als ApothekerNRW vermutet, wird in anderen Bereichen durchaus sehr viel eingespart - diese Fächer haben ihre Belastungsgrenzen mittlerweile erreicht. Die Pharmazie hingegen fängt mit den 21 eingesparten Stellen alle Kürzungen der naturwissenschaftlichen Fächer auf. Den Fakt ist: die Uni Leipzig/Halle/Jena hat gerade einen Sonderforschungsbereich zum Thema Biodiversität erhalten in dessen Konzept die Pharmazie wohl als eines der wenigen naturwissenschaftlichen Fächer nicht hineingepasst hat. Das mehr...
ApothekerNRW sagt:
14.12.2011 10:28Pharmazie als Studienfach mit exzessivem Absolventenmangel und faktischer Jobgarantie soll eingestellt werden, während die gleiche UNI tausende hochqualifizierte Arbeitslose mit zweifelhafter Perspektive in anderen Fachbereichen ausbildet? Kann mir diesen Irrsinn bitte jemand erklären? Oder ist die Rektorin Frau Schückinh FDP-Mitglied, dann erübrigt sich selbstverständlich die Frage nach Intellekt und logisch begründbaren Entscheidungen ... ;-)