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Wenn alle Babies geimpft würden, wäre bald Schluss mit Masern und Röteln. (Foto: DAK)
Eliminationsziel verschoben
Westeuropas schwerer Kampf gegen Masern und Röteln
Berlin - Im Jahr 2015 soll es Masern und Röteln nicht mehr geben. Soweit sind sich die Vertreter der 53 Mitgliedsstaaten der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) einig. Wie dieses Ziel erreicht werden soll, darüber beraten sie derzeit auf einer Konferenz in Bonn. Denn in den westeuropäischen Regionen gab es im vergangenen Jahr mit den größten Ausbruch von Masern. Damit lagen sie weltweit an der Spitze mit der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia.
Seit Jahren will die WHO die Masern ausgerottet wissen – doch ihre zeitliche Zielvorgabe verschiebt sich immer wieder. Der neueste Lagebericht aus dem Weekly Epidemiological Record meldet für den Zeitraum Januar bis Oktober 2011 aus 36 Ländern der Europäischen Region 26.000 Masernfälle – davon allein 14.000 in Frankreich. 83 Prozent aller Fälle entfielen auf die westlichen Regionen. „Die Zunahme der Masernfälle in den Ländern der Region zeigt, was für eine ernsthafte Herausforderung die Eliminierungsziele bis 2015 darstellen“, sagte die WHO-Regionaldirektorin für Europa Zsuzsanna Jakab.
Dabei wäre eine Ausschaltung der Masern durchaus einfach: Laut WHO könnten mit zwei Dosen des Impfstoffs 99 Prozent aller geimpften Personen geschützt werden. Ließe sich die Gesamtbevölkerung zu 95 Prozent oder mehr impfen, könnte dies zu einer völligen Eliminierung der Krankheit führen. Am einfachsten und schnellsten ist die Impfung mit einem Masern-Mumps-Röteln Kombinationsimpfstoff. Die Regierungen der Länder gehen mit dem Anstieg der Zahlen unterschiedlich um: So startete Frankreich als Reaktion auf den Masernausbruch eine nationale Kampagne, um ein besseres Vorsorgebewusstsein zu schaffen.
Auch in Deutschland rief die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zur Impfung auf und es wurden Informationsoffensiven gestartet. Dennoch seien hierzulande die Masern-Impfquoten noch unzureichend, heißt es aus dem Bundesgesundheitsministerium. Und auch eine flächendeckende Überwachung der Rötelnerkrankungen habe sich noch nicht etabliert. Aus dem Hause des Bundesgesundheitsministers Daniel Bahr (FDP) fordert man Eltern daher auf, sich vom Kinderarzt beraten zu lassen und die eigenen Kinder gegen Masern und Röteln impfen zu lassen. Auch ungeimpfte Jugendliche und junge Erwachsene sollten sich einem vollständigen Impfschutz unterziehen – immerhin sei die Masernimpfung für die Altersgruppe der jungen Erwachsenen seit 2010 kostenlos.
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Juliane Ziegler / 09.12.2011, 14:55 Uhr
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